Die Île Vierge und eine Kapelle aus dem 16. Jahrhundert

Es ging immer weiter in Richtung Westen und so langsam waren die Ortschilder nur noch in Bretonisch geschrieben und die Zentrale in Paris entschwand in weite Ferne. Nach dem gestrigen Tag mit all den zahlreichen Sehenswürdigkeiten liessen wir es heute bei nicht mehr so schönem Wetter etwas ruhiger angehen. Wir verliessen den Campingplatz Camping de la Côte des Légends und fuhren zur Halbinsel Kastell Ac’h zum Aussichtspunkt zur Île Vierge.

Die Île Vierge ist eine etwa sechs Hektar grosse Insel. Sie liegt rund 1.5 Kilometer von der Küste entfernt. Hier befindet sich der Phare de l’Île Vierge, der höchste steinerne Leuchtturm Europas. Benachbart sind die Île Valan und die Île Vénan. Um 1450 errichteten die Franziskaner eine Abtei auf der Insel. Der Name Île Vierge stammt wahrscheinlich von einer der Jungfrau Maria gewidmeten Kapelle. 1507 zogen die Mönche nach Aber Wrac’h auf dem Festland. 1844 kaufte der französische Staat die Insel.

Blick zur Île Vierge mit den beiden Leuchttürmen
Blick zur Île Vierge mit den beiden Leuchttürmen

Der erste Leuchtturm war ein quadratischer Turm, der zwischen 1842 und 1845 gebaut wurde und 33 Meter hoch war. Es hatte ein 14 Seemeilen (26 km) sichtbares weisses Licht. Es blieb in Gebrauch bis der in den Jahren 1896 bis 1902 gebaute zweite Leuchtturm in Betrieb war. Ein Nebelhorn wurde 1952 installiert und 1993 durch ein automatisches Leuchtfeuer ersetzt. Die nachfolgenden Luftaufnahmen wurden dem Internet entnommen.

Phare de l'Île Vierge
Phare de l’Île Vierge

Der neue Leuchtturm ist 82,5 Meter hoch und besteht aus Granit. Die Aussenseite ist ein Kegelstumpf; Die Innenseite ist zylindrisch. Es gibt fünf Stufen zum Eingang. Innen führen 360 Stein- und 32 Eisenstufen zur Lampenplattform. Die elektrische Lampe wurde 1952 in einem Quecksilberbad auf der ursprünglichen mechanischen Drehplatte installiert. Die Platte wurde 1983 durch einen Elektromotor ersetzt. Obwohl der Leuchtturm automatisiert ist, ist das Gelände immer noch besetzt. Die Insel ist von April bis September, der Leuchtturm nach Vereinbarung für die Öffentlichkeit zugänglich. Bei Ebbe soll man auch hinüber laufen können. Wie immer gilt  dann, die Gezeiten zu beachten.

Weiter südlich in der Gegend um Derbez stiessen wir per Zufall auf die Chapelle Notre Dame du Traon, welche im 16. Jahrhundert erbaut wurde. Sie liegt in einem Wald direkt an einem vorbeifliessenden Bach. Sie ist nicht gross aber wirkt durch ihre Lage äusserst mystisch. Leider war die Kapelle geschlossen. Wir hätten sie noch gerne von Innen besichtigt.

Chapelle Notre Dame du Traon
Chapelle Notre Dame du Traon

Der nächste Halt war nun auch gleich der schöne und direkt am Meer gelegene Campingplatz Camping des Abers bei Saint Marguerite weiter im Westen. Als wir kurz nach Mittag ankamen, war das Empfangsbüro noch geschlossen. Wir suchten uns einen schönen Stellplatz aus und verbrachten den Nachmittag auf dem grossen, schön angelegten und spärlich besuchten Campingplatz. Am späteren Nachmittag öffnete das Empfangsbüro. Wir meldeten uns an und genossen den Abend auf dem Zeltplatz.

Camping des Abers
Camping des Abers
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«Unterwegs in der Bretagne»

 

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