Wir freuten uns auf unseren ersten Besuchstag im Yellowstone National Park. Das Wetter war überraschend gut und nach einer ruhigen jedoch eher kühlen Nacht in unserer rustikalen Cabin auf dem KOA Campground West Yellowstone machten wir uns nach einem einfachen Cabin Frühstück auf den Weg zum West Eingang. Frischen und heissen Kaffee gab es zum Glück im kleinen aber feinen Campingladen.
Der KOA Campground West Yellowstone war sehr gut belegt. Ich würde sogar meinen, er war beinahe ausbebucht, was auf jeden Fall auf die Cabins zutraf. Wir waren froh, unseres früh genug reserviert zu haben. Aufgrund des grossen Besucherandrangs betrug die Wartezeit am West Eingang ungefähr 15 Minuten. Das geht ja noch im Vergleich zu anderen Nationalparks in den USA.
Schon kurz nach dem Eintritt in den Park bremsten vor uns alle Fahrzeuge. Wir kamen nur noch im Schritttempo voran und vermuteten, dass vor uns vielleicht wieder ein Bär oder ein anderer Vierbeiner gesichtet wurde. Dies führt zwangsläufig zu beträchtlichen Verkehrsbehinderungen, denn wer möchte sich schon ein tolles Foto von einem «drolligen» Bär oder einem schnaubenden Bison entgehen lassen ? In unserem Fall war es ein Bison, welcher gemütlich am Strassenrand für Fotos posierte. Aus dem fahrenden Auto gelang auch uns ein netter Schnappschuss.
Bei der Kreuzung beim Madison Campground bogen wir nach Rechts in Richtung Old Faithful ab. Unmittelbar nach dem Abzweiger führt der nur in einer Richtung führende Firehole Canyon Drive dem wildromantischen Firehole River entlang. Zahlreiche Parkplätze und Aussichtspunkte laden entlang des Firehole Rivers zum Verweilen oder sogar zum Baden ein.
Der schöne Firehole Canyon Drive führt wieder auf die Hauptverbindung und nach einer kurzen Fahrstrecke bogen wir in den Fountain Flat Drive ab. Eine kurze asphaltierte Strasse führt zu einem Trailhead für Biker und Wanderer. Wir hielten kurz bei der Maden’s Grave Spring, einer Thermalquelle, die direkt
am Ufer des Firehole Rivers liegt. Eine Thermalquelle ist eine Quelle, bei der Grundwasser austritt, das in der Regel bedeutend wärmer ist als das umgebende oberflächennahe Grundwasser. Generell treten Thermalquellen in Bereichen mit erhöhter vulkanischer Aktivität auf. In vulkanogenen Gebieten ist die Wassertemperatur teilweise nahe dem Siedepunkt. Beim Aufstieg an die Erdoberfläche werden meist verschiedene Gase, wie beispielsweise Schwefel Gase oder Kohlendioxid, freigesetzt. Am unmittelbaren Austrittsort von heissen Quellen sind häufig Sinterabsätze zu beobachten, die entsprechend der chemischen Struktur des Thermalwassers von weiss bis grau (Kalk), hellgelb, orange und braun (je nach Eisengehalt) bis schwarz (Mangan) gefärbt sein können.
Das Gebiet mit der weltweit grössten Konzentration von heissen Quellen an Land ist das obere Geysir Becken im Yellowstone Nationalpark (Quelle: Wikipedia). Unser Weg führte weiter zum Lower Geyser Basin und dem Fountain Paint Pot Trail, der
Der grosse Parkplatz war aufgrund des sehr hohen Besucheraufkommens wie erwartet zu 99% belegt. Wir ergatterten einen der letzten freien Parkplätze und machten uns auf den Weg. Der Rundweg führt entlang von Geysiren und Thermalquellen durch eine karge und äusserst eindrückliche jedoch lebensfeindliche Landschaft.
Ein Geysir ist eine heisse Quelle, die ihr Wasser in regelmässigen oder unregelmässigen Abständen als Fontäne ausstösst. Die Bezeichnung Geysir wurde im 19. Jahrhundert aus dem isländischen abgeleitet. Geysire erfordern eine spezielle Kombination von geologischen und klimatischen Bedingungen, die nur an wenigen Orten grossflächig bestehen. Geysire sind von drei Faktoren abhängig:
- einer Wasserversorgung in Form eines Grundwasserleiters,
- einer Wärmequelle,
- und mindestens einem Reservoir mit einer Verengung zum zugehörigen Leitungssystem.
Über 300 aktive Geysire, etwa die Hälfte von allen weltweit existierenden, befinden sich im Yellowstone Nationalpark (Quelle: Wikipedia).
Der Fountain Paint Pot Trail führt mehrheitlich über sichere Holzstege. Von den Geysiren und Thermalquellen sogenannte Hot Pools sollte man sich fernhalten und die Abschrankungen auf jeden Fall beachten und respektieren. Der Boden gibt nach und kann sogar einbrechen. Erst kürzlich wurde in einem Hot Pool ein Schuh mit einem abgetrennten Fuss gefunden.
Für den Besuch des Lower Geyser Basin sollte man mindestens eine volle Stunde einplanen. Nachfolgend ein paar Eindrücke, die wir entlang des Weges mitnehmen durften. Einen gewaltigen Ausbruch einer der Geysire konnten wir zwar nicht beobachten, aber es war dennoch äusserst eindrücklich.
Eine davon ist ohne Zweifel das Midway Geyser Basin mit Hot Pools, die zu den schönsten zählen. Entsprechend war auch der Andrang der Besucher. Der Parkplatz war überfüllt, und so parkierten wir etwas ausserhalb entlang der Strasse und liefen dem Firehole River entlang zum Eingang. So hatten wir auch noch Gelegenheit einem Fliegenfischer zuzuschauen. Das Fliegenfischen ist im Nationalpark erlaubt und sehr beliebt.
Über die Firehole River Bridge gelangt man zur gegenüberliegenden Flussseite und dem Midway Geyser Basin. Schon von Weitem ist der aufsteigende Dampf des Excelsior Geyser Craters zu sehen. Ein sicherer Holzsteg führt relativ nahe an ihn heran. Das Naturschauspiel ist wirklich eindrücklich, wird jedoch vom in unmittelbarer Nähe liegenden Grand Prismatic Spring um Längen übertroffen.
Der Grand Prismatic Spring ist die grösste Thermalquelle der USA und der drittgrösste der Erde. Das Becken ist etwa 75 × 91 Meter gross und ungefähr 49 Meter tief. Es strömen pro Minute durchschnittlich 2’000 Liter 71 °C heisses Wasser aus der Quelle. Die Farben stammen von einzelligen Mikroorganismen (Bakterien und Archaeen) im Biofilm an den Randbereichen der mineralienreichen Thermalquelle. Sie bewegen sich zwischen grün und rot und hängen von dem Gehalt an Chlorophyll und Carotinoiden der jeweiligen an die Wassertemperatur angepassten Mikroorganismen ab. Im Sommer tendiert der Biofilm zu orange und rot, wohingegen im Winter eher dunkelgrün vorherrscht. Das Wasser im Zentrum der Quelle ist wegen der herrschenden Temperaturen frei von Mikroorganismen. Die tiefblaue Färbung des im Verhältnis kleinen Wasserkörpers rührt von der Wassertiefe und der hohen Wasserreinheit in der Quellenmitte her.
Die ersten Aufzeichnungen zu dieser Quelle stammen von frühen europäischen Entdeckern und Landvermessern.
Im Jahr 1839 überquerte eine Gruppe Trapper der American Fur Company das Midway Geyser Basin und verfasste eine Notiz über einen «kochenden See von 300 Fuss», was etwa 91 Meter entspricht und somit auf den Grand Prismatic Spring zutreffen könnte (Quelle: Wikipedia).
Die Grösse und Farbenpracht des Grand Prismatic Spring ist nur mit Blick von oben wahrzunehmen. Vom sicheren Holzsteg aus bekommt man aber dennoch einen sehr guten Eindruck der gewaltigen Grösse und Tiefe.
Der Grand Prismatic Spring verfügt noch über zwei Nachbarn, welche von der Grösse nicht ganz mithalten können, aber dennoch eindrücklich sind. Es handelt sich um den Opal Pool und den Turquoise Pool. Beide liegen entlang des Holzsteges und runden den Besuch des Midway Geyser Basin perfekt ab.
Der auf einer Höhe von 2’357 Metern liegende Yellowstone Lake ist mit 354 km² der grösste See des Yellowstone Nationalparks und der grösste Bergsee in Nordamerika. In den letzten Jahren hob sich der Grund des Sees markant. Der jährliche Anstieg betrug im Mittel ungefähr 2.5 Zentimeter. Dies deutet auf zunehmende geologische Aktivitäten hin.
Der heutige Tag hatte noch einen weiteren Höhepunkt zu bieten. Es handelt sich dabei um die Old Faithful Lodge und den Old Faithful Geysir. Vom Yellowstone Lake fuhren wir wieder zurück und besuchten zuerst die prächtige Old Faithful Lodge, welche weltweit als das grösste noch existierende Holzgebäude gilt. Wir erinnerten uns an die Übernachtung vor zehn Jahren im alten, ursprünglichen Zimmer mit Etagen Dusche und dem Mäuschen als Mitbewohner.
In unmittelbarer Nähe zur Old Faithful Lodge liegt der Old Faithful («der alte Getreue») Geysir. Er gilt als einer der weltweit am bekanntesten. Old Faithful gehört zu den düsenartigen Geysiren, die einen schmalen Wasserstrahl haben. Sein Eruptionsverhalten ist von anderen Geysiren in der Umgebung unabhängig, da er keine direkte Verbindung zu anderen Geysiren besitzt. Ein Ausbruch erfolgt ungefähr alle 90 Minuten, und die Voraussagen sind ziemlich genau. Entsprechend wurden auch Zuschauerbänke in sicherer Distanz errichtet. Der Ausbruch erfolgte früher in Abständen von 60 Minuten. Zunehmende Trockenheit führte zu längeren Intervallen.
Mit dem spektakulären Ausbruch des Old Faithful Geysirs liessen wir den ersten Besuchstag im Yellowstone National Park ausklingen. Wir machten uns auf den Heimweg zum KOA Campground in West Yellowstone, wo uns in der rustikal kühlen Cabin ein einfaches Mikrowellen Dinner erwartete. Mehr brauchten wir aber auch gar nicht. Wir waren voller Eindrücke des heutigen Tages und Vorfreude auf den kommenden Tag.
PHOTO GALERIE
«DIE GEYSIRE WAREN AKTIV IM YELLOWSTONE NATIONAL PARK»
Beitrag teilen:
- Share on Facebook (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
- Share on WhatsApp (Wird in neuem Fenster geöffnet) WhatsApp
- Email a link to a friend (Wird in neuem Fenster geöffnet) E-Mail
- Drucken (Wird in neuem Fenster geöffnet) Drucken
- Share on LinkedIn (Wird in neuem Fenster geöffnet) LinkedIn
- Share on Reddit (Wird in neuem Fenster geöffnet) Reddit
- Auf Tumblr teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Tumblr
- Share on Pinterest (Wird in neuem Fenster geöffnet) Pinterest
- Share on X (Wird in neuem Fenster geöffnet) X

















































