Der heutige Tagesausflug führte uns von Holbrook zum nicht weit entfernten Petrified Forest National Park. Wir fuhren durch den alten Teil der Stadt Holbrook, welcher ihre Blütezeit der Route 66 verdankt. Diese erste Strassenverbindung zwischen Chicago und Los Angeles liess zahlreiche Städtchen entlang der Route spriessen. Das liegt allerdings schon lange zurück. Etliche Neonschilder, Motels und Tankstellen – meistens mit Sperrholz verbarrikadiert – sind stille Zeitzeugen dieser Blütezeit. Heute leben rund 5’000 Leute in Holbrook und der Route 66 Mythos und Glanz ist immer noch allgegenwärtig.
Den Petrified Forest National Park erreichten wir nach etwas mehr als 30 Minuten Fahrzeit. Nach einem freundlichen Empfang an der Eingangs- und Zahlstation legten wir einen ersten Halt beim informativen Visitor Center ein. Der Dokumentarfilm war auch heute ein idealer Einstieg.
Der Petrified Forest National Park gehört zum südlichen Colorado Plateau und der Painted Desert, einer Wüste auf rund 1’800 m über dem Meer. Er bewahrt geologisch bemerkenswertes Sedimentgestein der Obertrias mit einer Vielzahl an Fossilien.
Am 8. Dezember des Jahres 1906 wurde ein Teil der Fundstätten als National Monument unter Schutz gestellt. Im Jahr 1932 kam ein Teil der Painted Desert dazu, das Schutzgebiet umfasste seitdem eine Fläche rund 378 km². Der Kongress der Vereinigten Staaten stufte das Gebiet im Jahr 1962 zum Nationalpark auf.
Vor etwa 215 Millionen Jahren, in der Zeitperiode der späten Trias, befand sich hier ein von vielen Flüssen durchzogenes Schwemmland. Araukarien, Baumfarne und Nadelhölzer bildeten die Vegetation. Krokodilartige Reptilien, Riesen Amphibien, auch kleinere Dinosaurier lebten in diesem Land. Zeugnis davon geben viele Funde von Fossilien in der Chinle Formation.
Umgestürzte Bäume wurden von Fluten unter Schlamm und Schlick begraben. Vergraben von weiteren Ablagerungen verlangsamte sich der natürliche Zerfall des Holzes aufgrund fehlenden Sauerstoffs. Unter der dicker werdenden Sedimentabdeckung sickerte kieselsäurehaltiges Grundwasser in die Baumstämme ein. Quarz und Chalcedon lagerten sich in den Hohlräumen der Stämme ein, ersetzten nach und nach das Zellgewebe und erhielten so die Holzstrukturen der Stämme in Stein.
Die Schichten sanken weiter ab und wurden erneut überschwemmt. Immer mehr Schichten von durch Wasser herangetragenem Material lagerten sich darüber ab. Sehr viel später einsetzende tektonische Bewegungen in der Erdkruste hoben die Landoberfläche heraus, die dabei auftretenden Spannungen innerhalb der Gesteinsschichten ließen die Stämme zerbrechen. Die nun verstärkt einsetzende Erosion durch Wind und Wasser trug nach und nach die weicheren Schichten der Sedimente ab und legte so die versteinerten Baumstämme, die aus harter Quarzsubstanz bestehen, frei.
Felszeichnungen, Funde von Scherben sowie auch Reste von Siedlungen sprechen für eine Besiedlung durch Menschen vor etwa 2’000 Jahren. Genaue Kenntnisse darüber gibt es derzeit nicht, sicher ist jedoch, dass es mehrere Siedlungsphasen gegeben hat. Diese reichen von frühen Nomadenstämmen bis zur Pueblo Kultur um 1’100 bis 1’400. Aus der Zeit nach 1’400 gibt es keine Hinweise mehr auf menschliche Besiedlung (Quelle: Wikipedia).
Wir entschieden uns, einen Bereich des Parks, den Jasper Forest, welchen wir noch nicht so gut kannten, zu besuchen. Die Anzahl an versteinerten Baumstämmen in dieser Gegend gilt als eine der höchsten weltweit. Der Wanderweg, welcher in das Gebiet des Jasper Forest führt, ist nicht in der offiziellen Übersichtskarte des National Parks aufgeführt. Dies ist wohl einer der Gründe, dafür, dass wir heute absolut alleine unterwegs waren.
Wir verbrachten knapp über vier Stunden in diesem faszinierenden Gebiet, schossen mehr als 400 Fotos und legten dabei über sechs Kilometer zurück. Müde kehrte wir zum Auto zurück. Wir waren froh, war es heute mehrheitlich bewölkt. Im prallen Sonnenschein wäre das ganze noch anstrengender gewesen.
Danach ging es auf der Parkstrasse weiter zur Blue Mesa, einer Loop Strasse mit einigen, herausragenden Aussichtspunkten. Unseren Ausflug schlossen wir mit einem Golden Hour Blick hinunter in die Painted Desert ab. Diese ist ein trockenes Brachland, wo Erosion eine farbenfrohe Landschaft gestaltet hat. Die Lichtverhältnisse am frühen Abend waren genial.
Es waren um 18:00 Uhr nicht mehr viele Besucher im Park anwesend. Wir fuhren über die Parkstrasse und den Highway 180 retour nach Holbrook zum KOA Campground. So ging ein aktiver, toller und farbenfroher Tag im Petrified Forest National Park zu Ende.
Beitrag teilen:
- Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
- Auf WhatsApp teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) WhatsApp
- Einen Link per E-Mail an einen Freund senden (Wird in neuem Fenster geöffnet) E-Mail
- Drucken (Wird in neuem Fenster geöffnet) Drucken
- Auf LinkedIn teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) LinkedIn
- Auf Reddit teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Reddit
- Auf Tumblr teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Tumblr
- Auf Pinterest teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Pinterest
- Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X


































































































