Wir lernen alles über Pistazien und besuchen das Wild West Städtchen Cloudcroft

Nach einer Nacht mit hohen Temperaturen von gegen 30 Grad standen wir müde auf. Wir hatten in der Nacht alle Türen geöffnet, viel geholfen hat dies allerdings nicht. Die Temperatur draussen war am Morgen jedoch im angenehmen Bereich, sodass wir unser Frühstück im Freien einnehmen konnten.

Dann war Wäsche machen angesagt. Im Laundry Room des sauberen und gut eingerichteten KOA Campgrounds füllten wir zwei Waschmaschinen randvoll und setzten diese mit Quarter Münzen in Gang. Dann telefonierten wir mit Danielle und Henri und haben uns über das Wiedersehen, auch wenn nur über Bildtelefon, sehr gefreut.

Nachdem wir die Wäsche in zwei Dryers getrocknet hatten, brachen wir auf zur McGinn Pistachio Tree Ranch in Alamogordo. Wir waren gespannt, was uns dort erwarten würde. Wir buchten die rund 20 Minuten dauernde Tour. Rund zwanzig Interessierte werden in einem Elektrowägelchen durch die Farm geführt. Unsere Führerin wusste so einiges Interessantes über den Anbau der Pistazienbäume zu erzählen. Der Pistazienbaum stammt übersprünglich aus Syrien und wurde hier in Alamogordo anfang der 1980er Jahre eingeführt. Damals wurde die erste Generation der Bäume auf der McGinn Farm geplanzt. Früchte tragen die Bäume erst nach acht Jahren. Bewässert werden sie nur einmal pro Woche. Das ist wesentlich verträglicher als der Anbau von zum Beispiel Mandeln. 97% der in den USA verzehrten Pistazien stammen aus Kalifornien. Die restlichen 3% verteilen sich auf Farmen in Arizona und New Mexico.

Nach der Tour besuchten wir Firmenladen und degustierten grosszügig verschiedene Röstungen. Die klassische Röstung mit Salz sowie diejenige mit Lime haben uns am besten geschmeckt. Entsprechend haben wir dann auch eingekauft.

Nicht fehlen durfte das Pistazien Glacé, welches auf der Farm hergestellt wird. Aber auch das eingekaufte Bananen und Erdbeer Glacé hat uns so sehr geschmeckt, dass wir gleich nochmal bestellten.

Nun war es Zeit, aufzubrechen in das auf 2’654 Meter über Meer gelegene Wild West Städtchen Cloudcroft, welches auf der Route von Carlsbad her kommend liegt. Schon beim Durchfahren vor zwei Tagen hatte es uns gut gefallen. Es liegt rund 1’300 Meter höher als Alamogordo und ist mit dem Auto in 30 Minuten erreicht.

Wir genossen die wohltuende Abkühlung. Die Temperatur hier oben auf knapp 2’700 Metern lag im angenehmen Bereich, was nicht nur wir sondern zahlreiche Besucher schätzten. Das Städtchen Cloudcroft ist reich an Geschichte. Die Blütezeit wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts erreicht, als die Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Holz rasant anstieg. Es wurde für den Bau der Eisenbahn und der Siedlungen benötigt. Die Holzindustrie hielt Einzug in den Sacramento Mountains. Anfangs wurden die gefällten Stämme mit Karren und Lasttieren hinunter nach Alamogordo befördert. Der Bau einer Eisenbahnlinie hinauf nach Cloudcroft änderte aber alles. Der Transport war nun wesentlich effizienter und schneller.

Die Eisenbahn brachte auch den Tourismus hinauf nach Cloudcroft. Das angenehme Klima, die tieferen Temperaturen und die gute Luft lockten zahlreiche Besucher an. Sogar eine Klinik für die Behandlung von Tuberkolose Kranken wurde gebaut. Im Jahr 1947 wurde die Eisenbahn ausser Betrieb gesetzt. Eine eindrückliche Eisenbahnbrücke aus Holz errinnert direkt unterhalb des Städtchens an die Blützeit. Als Ersatz für die Eisenbahnlinie wurde eine Strasse gebaut.

Wir schlenderten durch die Burro Avenue und besuchten zahlreiche hübsche Geschäfte. Auch ein Halt bei der bekannten Burro Street Bakery durfte nicht fehlen. Der Kaffee und die Pie schmeckten hervorragend.

Nach unserer ausgedehnten Besichtigungstour machten wir uns wieder auf den Rückweg hinunter ins heisse Alamogordo im Tularosa Basin gelegen.

Den Abend verbrachten wir gemütlich auf dem KOA Campground und planten den kommenden Tag und die Route zum Mesa Campground am Lake Roberts im Gila National Forest.

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