Die erste Übernachtung der Tour war auf einer Höhe von über 2‘000 Metern wie erwartet ziemlich frisch. Die Temperatur im Innenraum von Rosy II lag um 7:00 Uhr bei gerade einmal fünf Grad, also tief genug, um die Gasheizung in Gang zu setzen. Dank unseren super Schlafsäcken und den Pendleton Decken schliefen wir jedoch sehr gut und unser Frühstück schmeckte im aufgewärmten Innenraum ausgezeichnet.
Der Rucksack war gepackt und die Trinkflaschen waren gefüllt, es konnte losgehen in Richtung Spruce Tree House. Eigentlich war der Plan, das Steep und Long House auf der uns nicht bekannten Wetherill Mesa zu besuchen. Aufgrund von Bauarbeiten bleibt die enge und kurvenreiche Strasse aber das ganze laufende Jahr für Besucher geschlossen.
Einen ersten Halt legten wir beim Montezuma Valley Overlook ein. Die Aussicht hinunter in die tief unter einem liegende Ebene mit einem unendlich weiten Horizont ist schon sehr beeindruckend. Eine Hinweistafel liefert Informationen und Eindrücke zur ersten Zufahrt in den Park. Die gefährliche Strasse wurde im Jahr 1911 in Betrieb genommen, aufgrund zahlreicher Unfälle aber bald wieder geschlossen, als der Vorgänger der heutigen Parkstrasse erbaut worden war.
Dann ging es ohne weiteren Halt auf der Chapin Mesa weiter bis zum Spruce Tree House. Ein Grossteil der Chapin Mesa fiel im Jahr 2002 einem Wildfire zum Opfer. Das Ausmass dieses Naturunglücks ist auch 22 Jahre später noch gut zu sehen. Bis zur vollständigen Regeneration dauert es rund 400 Jahre.
Der Zugang zum Spruce Tree House ist seit über zehn Jahren aufgrund akuter Steinschlaggefahr nicht mehr erlaubt. Das ist verständlich aber trotzdem schade. So begnügen sich die Besucher mit einem Blick hinüber zum eindrucksvollen Cliff Dwelling von der anderen Seite des kleinen Canyons aus.
Auch ein Besuch des Chapin Mesa Archeological Museums mit hübschem Souvenir Geschäft ist ebenso wie das Anschauen eines rund 15 minütigen Dokumentationsfilm im Auditorium zu empfehlen.
Wir waren nun bestens für den 3.9 Kilometer langen Petroglyph Point Trail vorbereitet. Dessen Trailhead liegt unmittelbar unterhalb des Museums. Die erste Weghälfte führt durch eine malerische Landschaft, geprägt von herrlich duftenden Pinien und bunt blühenden Büschen. An einigen Stellen sind leichte Kletterkünste gefragt. Wir tauchten ein in diese einzigartige Landschaft und fühlten uns zurück versetzt in die Jahre 600 bis 1’200 unserer Zeitrechnung. In diesem eher kurzen Zeitfenster besiedelten die ansässigen Natureinwohnenden diese rauhen und nichts herschenkenden Hochebenen.
In einer Alkove stiessen wir noch auf die Überreste einiger kleinerer Bauten bevor wir nach ungefähr zwei Kilometern das grosse Petroglyphen Panel erreichten. Es ist das grösste seiner Art im gesamten Mesa Verde National Park. Es konnte nachgewiesen werden, dass es zwischen den Jahren 550 und 1’300 unserer Zeitrechnung erstellt wurde. Die Interpretation lässt Handlungsspielraum offen. Die Wissenschaft geht davon aus, dass sich verschiedene Familien an dieser Stelle verewigten, indem sie ihre Erlebnisse bildlich darstellten. Über die damals gesprochene Sprache ist leider nichts bekannt.
Unmittelbar nach dem Petroglyph Panel steigt der Weg steil an und bald war eine tolle Stelle mit genialem Ausblick erreicht. Hier legten wir eine wohlverdiente Pause ein und verpflegten uns aus dem Rucksack. Dann noch kurz hinauf auf die Hochebene, auf welcher der schön angelegte Wanderweg zurück zum Ausgangspunkt führte. Eine tolle Wanderung mit einzigartigem geschichtlichen Hintergrund ging zu Ende.
Im Restaurant Spruce Tree Terrace gönnten wir uns eine kühle Erfrischung in Form eines Glacés. Danach fuhren wir noch den Mesa Top Loop und den Cliff Palace Top Loop mit Halt an einigen Viewpoints. Da durfte der Blick hinunter zum grössten Cliff Dwelling, dem berühmten Cliff Palace, nicht fehlen.
Dann ging es zurück zum Campground mit einer nicht minder interessanten Besichtigung der Far View Sites sowie des Coyote Village, welche vor der Erbauung und Besiedlung der Cliff Dwellings besiedelt waren.
Dann ging es zurück zum Morefield Campground. Wir freuten uns auf einen gemütlichen Abend mit Nachtessen und dem Schreiben dieses Beitrages. Morgen geht es weiter zum Chaco Canyon.
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