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Viel Spass, rosarotes Wasser, Salz und Sonne beim Spiral Jetty ·

Viel Spass, rosarotes Wasser, Salz und Sonne beim Spiral Jetty

An heutigen sommerlich warmen Tag unternahmen wir einen sehr abwechslungsreichen und eindrücklichen Tagesausflug zum Great Salt Lake. Ziel war eine spezielle Stelle mit dem Naturkunstwert, Spiral Jetty gennant, im Bereich des nördlichen Ausläufers. Hier sollte der Salzgehalt des Wassers besonders hoch sein. Zudem ist das Wasser rosarot verfärbt. Dies ist auf eine spezielle  Art von Bakterien zurückzuführen. Doch dazu später mehr. 

Auf dem Weg lag der uns gut bekannte Golden Spike National Historical Park, eine Gedenkstätte unter der Verwaltung des National Park Service im Norden des US Bundesstaates Utah am Rand des Grossen Salzsees nahe Salt Lake City. Er erinnert an einen Meilenstein in der Geschichte der Eisenbahn in Nordamerika – die Vollendung der ersten transkontinentalen Eisenbahnverbindung am 10. Mai 1869. Am Nachmittag des 9. Mai 1869 erreichten beide Gesellschaften den Zielpunkt, am 10. Mai wurde die letzte Schiene gelegt und am Mittag mit dem letzten Nagel befestigt. Union Pacific fuhr mit der Lokomotive Nummer 119 von Osten, Central Pacific mit Lokomotive Nummer 60, bekannt als «Jupiter», von Westen an den Verbindungspunkt.

Leland Stanford, der Präsident von Central Pacific und frühere Gouverneur von Kalifornien, brachte einen kurzfristig auf eigene Kosten angefertigten Schienennagel aus Gold mit, der mit den Namen der Direktoren der Bahngesellschaften und den Worten «The last Spike» graviert war. Entgegen einer verbreiteten Ansicht wurde dieser Nagel aber nie in die Schienen eingesetzt. Er befindet sich heute im Museum der Stanford University (Quelle: Wikipedia). Im Freien wird die Szene mit den beiden Lokomotiven eindrücklich nachgestellt. Bei den mächtigen Dampflokomotiven handelt es sich um bis ins letzte Detail getreu nachgebaute Exemplare der schon vor langer Zeit verschrotteten Originale. Im kleinen und schmucken Visitor Center kauften wir noch ein Magnet und schauten uns den interessanten Dokumentationsfilm an. Im Gegensatz zu unserem früheren Besuch fand heute unter der Woche keine Darstellung der damaligen Zeremonie statt.

Nach diesem lehrreichen Abstecher ging es auf einer gut unterhaltenen Schotterstrasse weiter zum  Great Salt Lake und dem Naturkunstwerk Spiral Jetty. Dieses lag rund 26 Kilometer entfernt und war noch gut einer halben Stunde erreicht.

Unterwegs zum Great Salt Lake
Das Naturkunstwerk Spiral Jetty

Bei der Spiral Jetty handelt sich um eine grosse, aus Steinen erbaute Spirale. Das Naturkunstwerk wurde im April des Jahres 1970 von Robert Smithson innerhalb von drei Wochen mit Hilfe von schwerem Gerät auf der Halbinsel Rozel Point am Rande des Grossen Salzsees erbaut  Die sich gegen den Uhrzeigersinn windende Spirale hätte ausgerollt eine Länge von 460 Metern, die Breite der Spirallinie beträgt 4,60 Meter. Es handelt sich um ein Projekt, das der Land Art zugeschrieben werden kann. Die Abgelegenheit, die Verwendung von ausschliesslich natureigenen Materialien und die Vergänglichkeit unterstreichen dies. Das Kunstwerk ist nur schwer zugänglich, durch schwankenden Wasserstand war es manchmal lange Zeit unsichtbar. Seit dem Jahr 2002 gibt es jedoch auch an dieser Stelle des Sees kein Wasser mehr, und die Steine liegen im staubtrockenen Boden.

 Ganz besonders ist Spiral Jetty vom temporären Aspekt geprägt. Die Spirale ist Wind und Wetter ausgesetzt und wird somit nach und nach zerstört. Aufgrund des Wüstenklimas geschieht dies jedoch relativ langsam, so dass die Spirale nach 50 Jahren noch deutlich erkennbar ist. Der Bau wurde von der Galeristin Virginia Dwan finanziert. Smithsons’ Witwe hat es der Dia Art Foundation gespendet

Mehrere von Robert Smithson kontaktierte Bauunternehmer lehnten den Bauauftrag für das Werk ab, bis sich mit dem lokalen Unternehmer Robert Phillips jemand fand, der Smithsons Pläne laut eigener Aussage zwar nicht verstand, aber die benötigten Geräte und Arbeiter bereitstellte. Ein erster Entwurf wurde binnen sechs Arbeitstagen fertiggestellt. Zwei Tage später entschied sich Smithson für ein geändertes Design, und über drei Arbeitstage hinweg schichteten die Arbeiter 7’000 Tonnen Gestein um, um das Kunstwerk in seine finale und heutige Form zu bringen (Quelle: Wikipedia).

Vom Parkplatz ist das Naturkunstwerk Spiral Jetty am besten zu sehen. Im Hintergrund lag der Great Salt Lake mit seinem rosarot verfärbten Wasser. Wir machten uns startklar indem wir unsere Wassersandalen anzogen und uns zu Fuss auf den Weg nach unten machten. Im Auto hatten wir für unsere Rückkehr einige Gallonen Frischwasser bereitgestellt, damit wir das verkrustete Salz von unserer Haut abspühlen konnten.

Der Great Salt Lake ist ein Salzsee im Norden Utahs. Sein Salzgehalt übersteigt den des Meeres bei Weitem. Die durch den Salzgehalt hervorgerufene Färbung ist auch aus dem Weltall sichtbar.

Der See liegt auf etwa 1’280 Metern Höhe, bei einer Länge von etwa 120 Kilometern und 48 bis 80 Kilometern Breite. Er bedeckt dabei eine Fläche von etwa 4’400 Quadratkilometern. Die Tiefe des Sees liegt bei etwa durchschnittlich 4,50 Metern, die tiefste Stelle bei etwa 10 Metern. Er ist ein Überrest des prähistorischen Sees Lake Bonneville im Grossen Becken. Nach ihm wurde die Stadt Salt Lake City benannt. Im Westen und Südwesten schliesst die Grosse Salzwüste an.

Der See hat drei grössere Zuflüsse. Der Bear River und der Weber River fliessen aus der Wasatchkette und den Uinta Mountains zu, und aus dem südlicher gelegenen Utah Lake fliesst der Jordan River zu. Die drei Flüsse münden alle in den südlichen Teil. Dadurch ist die nördliche Hälfte des Sees deutlich salziger. Der Salzgehalt liegt im Südteil bei etwa 9 Prozent, im Nordteil bei etwa 25 Prozent. Halophile Bakterien verleihen dem Nordteil eine deutliche Rotfärbung. Der See ist an vielen Stellen schwer zu erreichen, da er von Watt gesäumt ist.

Hauptbestandteil der gelösten Salze ist Natriumchlorid, also Kochsalz, das in flachen künstlichen Teichen zu Handelszwecken gewonnen wird. Schätzungen haben ergeben, dass der See etwa fünf Milliarden Tonnen Natriumchlorid in gelöster Form enthält (Quelle: Wikipedia).

Barfuss im Salzwasser
Ein noch nie erlebtes Spektakel
Am Waten durch seichtes Wasser
Dramatische Farben und Formen

Bald war das in der nahen Distanz zu sehende rosa verfärbte Wasser des Great Salt Lakes erreicht. Es war wirklich ein beeindruckendes Naturschauspiel, welches wir vorher noch nie so erlebt hatten. Das Wasser war sehr warm und das Salz war allgegenwärtig, das heisst, nicht nur im Wasser sondern auch in der Luft. Eine kleine Kostprobe genügte, um den 25% Salzgehalt bestätigen zu können. Es war sehr angenehm, durch den feinen Sand zu waten. Die hohen Berge am Horizont rundeten dein Eindruck perfekt ab. Wir verbrachten einige Zeit im Wasser und entschieden uns dann für die Rückkehr zum Parkplatz, wo wir froh waren, genügend Frischwasser dabeizuhaben. Wir wuschen das verkrustete Salz ab und wussten, zuhause wäre dann eine Dusche von Nöten. Mit gewaschenen Füssen und voller toller Eindrücke machten wir uns auf den Rückweg.

DER BLICK AUF «GOOGLE MAPS»

PHOTO GALERIE «VIEL SPASS, ROSAROTES WASSER, SALZ UND SONNE BEIM SPIRAL JETTY»

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