Unser zweiter Besuchstag im Yellowstone National Park begann bei leichtem Regen. Nach einer eher kühlen Nacht in unserer rustikalen KOA Cabin machten wir uns nach einem leichten Frühstück auf den Weg zum westlichen Eingang. Trotz des Regens war das Besucheraufkommen wiederum gross, was zu einer kurzen Wartezeit führte. Wir konzentrierten uns heute auf einige der zahlreichen Höhepunkte, die zwischen der Gebieten Madison und Canyon Village liegen.
Einen ersten Halt legten wir bei der Terrace Spring ein. Über den kurzen und rutschigen Holzsteg erreichten wir ein kleines Gebiet mit einigen Hot Pools.
Unser nächstes Ziel waren die Gibbon Falls. Diese liegen nahe der Strasse zwischen Madison und Norris im Norris Geysir Becken. Hier fällt der Gibbon River circa 25 Meter vom nördlichen Hochland in die tiefer gelegene Caldera des Vulkans Yellowstone. Eine Caldera ist eine kesselförmige Oberflächenform vulkanischen Ursprungs.
Der Vulkan Yellowstone liegt unter dem gleichnamigen und namensgebenden Nationalpark. Seine Caldera wurde bereits im Jahr 1871 durch Ferdinand V. Hayden als Krater eines gigantischen Vulkans erkannt. Die geologischen Zusammenhänge zwischen dem Hot Spot, der Snake River Plain, der Ausbruchsgeschichte des Vulkans und der bis heute bestehenden Aktivität konnten erst im Laufe der Zeit ermittelt werden. Er gilt als Supervulkan. Auch heute besitzt der Yellowstone noch eine grosse Magmakammer, so dass ein ähnlich grosser Ausbruch weiterhin irgendwann möglich erscheint (Quelle: Wikipedia).
Es hatte aufgehört zu regnen, als wir beim gut gefüllten Parkplatz der Artists’ Paintpots ankamen. Von hier aus führt ein Wanderweg ins Gebiet mit farbenfrohen Hot Pools und blubbernden Paintpots. Dabei handelt es sich um heisse Schlammtöpfe. Nach ungefähr zehn Minuten war eine dampfende Ebene mit zahlreichen, farbenprächtigen Hot Pool erreicht. Ein sicherer Holzweg führt nahe an den meisten Pools und Paintpots vorbei. Der Weg steigt dann in Richtung einer Platform an. Von hier oben eröffnet sich ein grandioser Blick hinunter in die blubbernde und dampfende Ebene.
Wir parkierten in der Nähe des Norris Geyser Basin Museums und eine Hinweistafel machte uns darauf aufmerksam, dass dies auf unser eigenes Risiko erfolgt, denn die umliegenden, aktiven Geysire speien bei Ausbruch Asche und Schwefel, was beim Niedergang zu beträchtlichen Schäden am Fahrzeug führt. Wir nahmen dies zur Kenntnis und hofften, dass in der kommenden Stunde kein so gewaltiger Ausbruch stattfinden wird. Dies kann jedoch jederzeit geschehen, liegt der Yellowstone Nationalpark grossteils in dem vor rund 640’000 Jahren entstandenen Krater des Yellowstone Vulkans. Der Krater liegt über einer gewaltigen Magma Kammer, die in nur acht Kilometern Tiefe liegt. Die Magmakammer ist etwas 80 Kilometer lang, 40 Kilometer breit und schätzungsweise 10 Kilometer tief.
Kleinere Vulkanausbrüche füllten den Krater beinahe vollständig mit Lavagestein. So liegt der Park heute auf einem Hochplateau auf rund 2’400 Meter Höhe (Quelle: Wikipedia).
Wir wählten den 2.6 Kilometer langen Back Basin Loop Trail, um einen Teil des Basins mit seinem aktiven Geysiren zu erkunden. Der Rundweg führt grossteils über einen sicheren Holzsteg vorbei an zahlreichen Attraktionen:
Den heutigen Besuchstag liessen wir beim Grand Canyon of the Yellowstone ausklingen. Der Yellowstone River ist 1’114 Kilometer lang und fliesst durch den Westen der Vereinigten Staaten. Die Hidatsa Indianer nannten den Fluss wegen der gelben Färbung des Gesteins an seinen Ufern «Mi tse a-da-zi», was die frühen französischen Trapper mit «Rivière des Roches Jaunes» übersetzten und René Jessaune im Jahre 1798 für den kanadischen Forschungsreisenden David Thompson mit Yellow Stone.
Der Yellowstone River fliesst nordwärts durch den Yellowstone Nationalpark, durchfliesst den Yellowstone Lake, fällt drei Wasserfälle hinunter und formt den Grand Canyon of the Yellowstone.
Der Grand Canyon of the Yellowstone ist zwischen 250 Meter und 400 Meter tief. Seine Breite misst zwischen 500 Meter und 1’300 Meter. Er erstreckt sich auf ungefähr 32 km Länge. Typisch sind die gelben, orangen bis roten Färbungen des Gesteines an den Hängen. Sie rühren von geothermisch verfärbten Eisenvorkommen im Gestein.
Gegen Ende der letzten Eiszeit, ungefähr vor 14’000 bis 18’000 Jahren, entstanden beim heutigen Auslauf des Yellowstone Lake Dämme aus Eis. Sobald diese schmolzen, entfloss eine grosse Menge Wasser und schnitt in kürzester Zeit durch Erosion den Grand Canyon of Yellowstone in das vulkanische Gestein. Er ist eine der jüngsten Attraktionen im Yellowstone National Park (Quelle: Wikipedia).
Mit einem letzten eindrücklichen Blick hinunter zum Yellowstone River liessen wir den heutigen Besuchstag ausklingen. Da unsere Cabin für die Zubereitung eines wohlverdienten Abendessens nicht ausreichend ausgerüstet war, entschieden wir uns für eine leckere Pizza bei Pete’s Rocky Mountain Pizza in West Yellowstone. Wir waren nicht die einzigen mit dieser Idee. Nach einer kurzen Wartezeit wurde uns ein schöner Tisch zugewiesen. Die Family Size Pizza schmeckte ausgezeichnet. Daraufhin machten wir uns auf den Retourweg zum KOA Campround, wo wir unseren morgigen, letzten Besuchstag planten.
