Wir zählen die wilden Bisons im Antelope Island State Park

Am heutigen Sonntag machten wir uns bei wiederum schönstem Wetter auf den Weg zum Antelope Island State Park. Wir hatten diesen vorher noch nie besucht und waren entsprechend gespannt. Schon von Weitem war der tiefe Wasserstand zu erkennen. Normalerweise grenzt das Wasser des Grossen Salzsees bis an den Damm, welcher Antelope Island mit dem Festland verbindet. Aufgrund der aktuelle Dürre hat sich der Wasserstand des Great Salt Lake jedoch auch deutlich verringert.

Antelope Island State Park
Die Anfahrt über den Damm
Antelope Island State Park
Ein Blick hinunter zum Damm

Nachdem wir bei der Maut Station gleich einen Jahrespass für alle Utah State Parks gekauft hatten, fuhren wir auf direktem Weg zum Visitor Center. Wie immer empfiehlt sich ein Halt beim Visitor Center vor Beginn des eigentlichen Besuches. Die zahlreichen Informationen rund um die Eigenheiten, Entstehung und Erhaltung des Parks werden besuchergerecht dargestellt. Sollten dennoch Fragen offen bleiben, kann man sich an einen der anwesenden Park Ranger wenden. 

Antelope Island State Park
Viel Interessantes für Gross und Klein
Antelop Island State Park
Endlich gibt es etwas zu essen

Nach dem lehrreichen Besuch des Visitor Centers machten wir es uns an einem der gedeckten Picknick Tische gemütlich. Dann konnte es losgehen. Der Besucherandrang war an diesem schönen und warmen November Sonntag ziemlich gross. Vom leicht erhöht gelegenen Visitor Center geniesst man einen tollen Blick hinunter zum Great Salt Lake sowie hinüber zu den verschneiten, bis zu 3’600 Metern hohen Gipfeln der 350 Kilometer langen Bergkette der Wasatch Mountains.

Antelope Island State Park
Tolle Aussicht hinüber zur Bergkette der Wasatch Mountains mit den verschneiten Gipfeln

Der Name Wasatch leitet sich aus der Sprache der Ute, einem indianischen Volksstamm ab. Einer ihrer Anführer trug den Namen «Wasatti». 

Das Gebiet westlich der Wasatch Bergkette zog schon frühzeitig zahlreiche europäische Siedler an. Die zahlreichen Flüsse versprachen genügend Wasser, die Wälder dienten als Quelle für Holz und die Berge für Granit. Heute leben in diesem Gebiet etwas über 2 Millionen Einwohner, was ungefähr 85% der Gesamtbevölkerung des Bundesstaates Utah entspricht (Quelle: Wikipedia).

Wir fuhren nun weiter zum Buffalo Point Trailhead. Von hier aus führt ein kurzer Wanderweg hinauf zu einer gleichnamigen Erhöhung. Wir schafften nicht den ganzen Weg hinauf, konnten aber dennoch die tolle Aus- und Weitsicht geniessen. Einmal mehr wurden wir auf die Auswirkungen der Dürre aufmerksam. Die Ufer des Great Salt Lake waren nur in der Distanz sichtbar. 

Antelop Island State Park
Ein Blick hinunter zum Great Salt Lake
Antelope Island State Park
Unterwegs zum Buffalo Point

Der Antelope Island State Park befindet sich auf Antelope Island, der grössten Insel im Great Salt Lake. Aufgrund des zurückgegangenen Wasserpegels ist Antelope Island zurzeit keine Insel mehr sondern eine Halbinsel mit Verbindung zum Festland. Die Fläche von Antelope Island beträgt 115 km² und der höchste Punkt liegt mit 2’011 Metern beim Frary Peak. Der Great Salt Lake selbst liegt auf einer Höhe von 1’280 Metern. Zum Frary Peak führt ein Wanderweg, und wir nahmen uns vor, anlässlich eines nächsten Besuches hinauf zu wandern.

Archäologische Funde auf der Insel deuten darauf hin, dass die Insel schon vor etwa 6’000 Jahren von Menschen besucht wurde. Die ersten Zeugnisse von europäischen Forschern stammen von dem Fallensteller Jim Bridger und dem Forscher Etienne Provost, die die Gegend um 1820 erkundeten, der Insel aber keinen Namen gaben. Erst im Jahr 1845 wagten sich die Pioniere John Charles Frémont und Kit Carson bei niedrigem Wasserstand mit ihren Pferden auf die Insel und benannten sie nach dort vorkommenden Pronghorn Antilopen.

Die beiden Pionieren und ihre Begletier erschossen zwei Antilopen zum Verzehr. Im Angedenken an diese Mahlzeit gaben sie der Insel deren Namen, Antelope Island. Im Jahr 1930 waren die Antilopen von der Insel komplett verschwunden. Erst im Jahr 1993 wurden 24 Pronghorn Antilopen wieder auf der Insel angesiedelt. Innerhalb von zwei Jahren hatte sich diese Population nahezu verdoppelt. Da es auf der Insel auch  zahlreiche Raubtiere wie Kojoten, Luchse und Adler gibt, wird von der Utah Division of Wildlife Resources erwartet, dass sich eine natürliche Räuber Beute Beziehung einstellt. Ohne diese Regulation bestünde die Gefahr von Überweidung mit allen Folgen. Die Weber State University überwacht die Populationsentwicklung im Rahmen einer Langzeitstudie (Quelle: Wikipedia).

Auf unseren weiteren Weg zur Fielding Garr Ranch sahen wir jedoch keine Antelopen. Wo sie sich wohl versteckt hielten ? Aber andere Vierbeiner konnten wir ausmachen. In nicht allzuweiter Entfernung von der Strasse graste eine grosse Herde Bisons. Sie liessen sich weder vom Lärm der Autos noch von den fotografierenden Besuchern stören. Wir entschieden uns, zuerst bis zur Fielding Garr Ranch zu fahren und beim Rückweg einen Bison Halt einzulegen.

Antelope Island State Park
Gebäude der Fielding Garr Ranch
Antelope Island State Park
Die Ranch ist heute ein Freilichtmuseum

Die Fielding Garr Ranch wurde im Jahr 1848 errichtet und ohne Unterbrechung bis zum Jahr 1981 bewirtschaftet.

Zwischen den Jahren 1884 und 1972 lag der Schwerpunkt der Ranch auf Rinder- und Schafhaltung. In den 1930ern war Antelope Island die grösste Schafwolleproduktion westlich des Mississippi (Quelle: Wikipedia).

Die Ranch ist heutzutage eine Art Freilichtmuseum, und die Gebäude und die zahlreichen Maschinen und Werkzeuge können frei besichtigt werden. Auch Touren und Vorführungen werden angeboten. Dafür fehlte uns die Zeit, und schliesslich warteten die Bisons ja noch auf uns. Wir alle waren sehr gespannt und machten uns auf den Rückweg in Richtung Visitor Center und Damm. Die Bisonherde hatte sich nicht gross bewegt. Wir hielten an und beobachteten die eindrücklicken Tiere aus sicherer Distanz.

Antelope Island State Park
Eine friedlich grasende Herde Bisons

Am 15. Februar 1893 wurden 12 Bisons per Segelboot auf die Insel gebracht. Inzwischen hat sich die Population an Bisons zwischen 500 bis 700 Exemplare eingependelt. Diese Herdengrösse ist für die Inselvegetation noch verträglich und wird künstlich reguliert. Der Grundstock der Herde von 500 Tieren paart und vermehrt sich, wobei die Jungtiere zwischen März und Mai geboren werden und die Herde dann auf über 700 anwachsen lassen. Ende Oktober jeden Jahres werden die Bisons mit Pferden, Geländewagen und Hubschraubern bei einem Roundup zu einem Fanggehege getrieben. Dort werden sie untersucht, geimpft und die überzähligen Tiere werden für eine Versteigerung aussortiert (Quelle: Wikipedia).

Nach dieser für uns aussergewöhnlichen Begegnung mit den riesigen Vierbeinern machten wir uns auf direkten Heimweg. Im Antelope Island State Park gibt es noch viel zu besichtigen, und wir sind schon voller Ideen für unseren nächsten Besuch.

PHOTO GALERIE
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