Mit den Senioren im herbstlich schönen Zürcher Oberland unterwegs

Nachdem es in der vergangenen Nacht noch bis Mitternacht heftig regnete, herrschte heute morgen eitler Sonnenschein, und der Pro Senectute Wanderung stand somit nichts im Weg. Suki leitete heute die Wandergruppe 2. Die Pro Senectute unterscheidet in die Leistungskategorien 1 (sportlich), 2 (ambitioniert) und 3 (gemütlich). Entsprechend werden die Routenprofile erstellt. Die unterschiedlichen Ambitionen kommen in der Anzahl Höhenmeter und der Distanz zum Ausdruck. Für die Gruppe 2 stehen in der Regel ungefähr 300 Höhenmeter sowie eine Wegstrecke von 12 Kilometer auf dem Tagesprogramm.

Eine Gruppe von 26 rüstigen und trainierten Wanderinnen und Wanderern besammelte sich um 8:45 Uhr beim Bahnhof in Uznach. Nach der Begrüssung hiess es, Masken auf und rein in den Zug nach Bauma im Zürcher Oberland. Den Bahnhof von Bauma erreichten wir rund eine Stunde später.

Bauma
Am Bahnhof in Bauma beginnt unsere Wanderung durch einen Teil des herbstlichen Zürcher Oberlands

Wir stiegen aus, und unser Wanderleiter kontrollierte, ob unterwegs niemand verloren ging. Wir waren vollzählig und konnten loslegen. Bevor wir uns in Gang setzten, erhielten wir noch einige Informationen zum Dampfbahn Verein Zürcher Oberland. Deren Aufgabe ist es, den alten Fahrplan zwischen Bauma und Hinwil für nostalgische Fahrten aufrecht zu erhalten. Ein Teil des alten, fachgerecht restaurierten Rollmaterials kann auf dem Bahnhofareal in Bauma besichtigt werden.

Dampfbahn Verein Zürcher Oberland
Ein Salon Wagen der Bodensee Toggenburg Bahn

Der erste Streckenabschnitt führte uns …..

Töss
Wir wandern der Töss entlang

Der erste, ebene Streckenabschnitt führte uns entlang der gut Wasser führenden Töss zu einer kleinen Brücke in der Nähe des Hinter Tüfenbach Hofes, von wo es in Richtung Weiler Akau weiterging. Kurz vor Erreichen des Weilers zweigten wir nach Links ab.

Von hier aus führt der gut markierte Wanderweg durch Laubwald dem Tobelbach entlang. Wir gewannen an Höhe und wählten unsere Schritte vorsichtig. Aufgrund des Niederschlags der vergangenen Tage war es nass und rutschig. Das nächste Ziel war das mittelalterlich klingende Hagheerenloch

Tobelbach
Dem Tobelbach hinauf in Richtung Hagheerenloch

Das sagenumwobene Hagheerenloch liegt am Wanderweg zwischen Akau und Höchstock. Als Hagheeren wurden die Raubritter unter den Zürcher Oberländer Burgherren benannt, die ihre Burgen mit einem Hag umgeben liessen. Pilger und Kaufleute waren in dieser Gegend im Mittelalter nie sicher. Sie wurden von den Raubrittern überfallen und geplündert. Es wird erzählt, dass sich die Raubritter in der Höhle versteckten und auf vorbeiziehende Pilger und Kaufleute warteten. Während der Reformation fanden auch die verfolgten Wiedertäufer hier Unterschlupf. 

Den Sagen nach sollen früher von der Höhle aus geheime Gänge nach der Burg Sternsberg bei Sternenberg und Wardegg bei Hittnau bestanden haben. Auch ein feuerspeiender Drache und Schlangen sollen schon in der Höhle gehaust haben.

Das Hagheerenloch ist auf natürliche Weise entstanden. Unter der hohen Nagelfluhwand befindet sich Sandstein- und Mergelschichten, die im Laufe der Zeit durch das herunterfliessende Wasser herausgeschwemmt wurden. Am Boden der Höhle bildete sich ein Tümpel. Die mannshohe Höhle war früher bedeutend grössern. Heute misst sie eine Breite von 15 Metern und eine Tiefe von 30 Metern.

Zürcher Oberland
Gespannt hören wir den interessanten Geschichten zu
Bauma
Und wagen uns dann ins Innere des Hagheerenlochs

Eine kleine Gruppe wagte unter Führung unseres Wanderleiters einen Blick in die Höhle zu werfen. Unsere Erkundungstour hielt sich aber in Grenzen. Es war zu nass und rutschig.

Nach dieser interessanten Zeitreise zurück ins Mittelalter legten wir eine kurze Trinkpause ein bevor es weiter bergauf in Richtung Sternenberg ging. Wir erreichten die ehemals eigenständige Zürcher Gemeinde und befanden uns auf einer Höhe von 886 Metern. Die Streusiedlung Sternenberg gehört heute zu Bauma und gilt als die höchstgelegene Gemeinde im Kanton Zürich. Die Zusammenlegung im Jahr 2015 mit Bauma erfolgte aufgrund der hohen Abwanderung von Einwohnern von Sternenberg.

Zürcher Oberland
Wir geniessen die Aussicht auf Rigi und Pilatus

Die ausgeprägte Streusiedlung hatte jahrhundertelang keinen gemeinsamen Namen. Anlässlich der Gründung einer eigenen Kirchgemeinde in den Jahren 1706 und 1707 gab der Rat von Zürich dieser in Anlehnung an eine benachbarte gleichnamige Anhöhe den Namen Sternenberg. Die Kirche in Sternenberg wurde in den Jahren 1705 und 1706 aus den Steinen des Schlosses Sternenberg erbaut und am 12. September 1706 in Gegenwart des Burgermeisters Escher und seiner zwei Söhne, des Landvogts von Kyburg und mehrerer Glieder der Familie Landenberg eingeweiht (Quelle: Wikipedia).

In den Jahren 1965 und 1966 wurde auf dem Aussichtspunkt Schatzböl eine private Sternwarte errichtet. Aufgrund der geringen Luftverschmutzung soll ein umwerfender Blick in die unendlichen Weiten garantiert sein.

Die Streusiedlung Sternenberg war erreicht und wir wanderten auf einer windigen Anhöhe und waren erstaunt über die Aussicht, welche man von nur knapp 900 Metern hat. Wir erkannten den Pilatus und die Rigi in Blick Richtung Süden und den Bodensee in Richtung Norden.

Sternenberg
Wir blicken in Richtung Bodensee

Es war Mittagszeit, und wir suchten uns ein windstilles Plätzchen am Waldrand für unsere wohlverdiente Pause. Die Verpflegung erfolgte wie immer bei Pro Senectute aus dem Rucksack. Ein zwei Handgriffe, und die gut ausgerüsteten und erfahrenen Senioren genossen ihr Mittagessen. Sogar an Sitzkissen wurde gedacht.

Pro Senectute
Wir verpflegen uns aus dem Rucksack

Mit knapp 900 Metern war der höchste Punkt unserer Wanderung erreicht. Der stellenweise steile Abstieg hinunter zur Töss führte uns durch das malerische Lettenbachtobel mit seiner üppigen Vegetation.

Überall drückte Wasser aus der nassen Erde und suchte seinen Weg zum Lettenbach. Hier scheint es nie trocken zu sein, ideale Bedinungen also für Farn und Moos. Stellenweise war es rutschig, wir passten aber auf. Ausgangs des Lettenbachtobels stiessen wir beim Weiler Akau auf die Abzweigung, welche wir am Morgen nach Links nahmen. Weiter ging es mehrheitlich der Töss entlang in Richtung der Ortschaften Wellenau und Lipperschwendi, wo wir im Restaurant Freihof einkehrten. 

Unser Wanderleiter suchte nach einer passenden Zugverbindung von Steg im Tösstal nach Rüti und von dort weiter nach Uznach, dem Endpunkt unserer heutigen Wanderung.

Lettenbachtobel
Die üppige Vegetation im Lettenbachtobel

Diese war auch schnell gefunden. Wir hatten noch etwas Zeit, bevor wir uns für den letzten Abschnitt bereitmachten. Der kleine Bahnhof von Steg war zügig erreicht. Das Umsteigen in Rüti und Rapperswil klappte problemlos und am späteren Nachmittag war Uznach erreicht. Wir blickten auf eine sehr gut organisierte und abwechslungsreiche Wanderung zurück, verabschiedeten uns und freuten uns bereits jetzt auf die nächste gemeinsame Wanderung im Jahr 2021.

EIGENSCHAFTEN

Ausdauer
2/5
Schwierigkeit
1/5
Alpin
0/5
Voralpen
0/5
Wald und Wiese
5/5
Szenerie
3/5
Dauer
4/5
Spassfaktor
4/5
Verpflegung
5/5
ÖV Anbindung
5/5

EINIGE ZAHLEN

DETAILLIERTE WANDERKARTE

GOOGLEMAPS KARTENANSICHT

PHOTO GALERIE

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