Eine Corona erschwerte Heimreise

Nach Tagen der Unsicherheit in Bezug auf die Heimreise oder den Verbleib in Moab fiel heute die Entscheidung. Unser Swiss Flug von Chicago nach Zürich war nun endlich im System der Lufthansa als annulliert markiert, sodass ich mitten in der Nacht auf Samstag (der Zeitverschiebung sei Dank) mit dem Service Center in Frankfurt telefonieren konnte. Nach über zwei Stunden war eine vorübergehende Lösung gefunden worden. Uns wurden zwei Plätze auf dem Swiss Flug von Newark nach Zürich vom kommenden Mittwoch reserviert worden. Allerdings war noch nicht klar, wie wir nach Newark fliegen konnten. Die bestehenden Flüge von Moab nach Denver und weiter nach Chicago waren noch im System erfasst. Diese sollten aber noch angepasst werden.

Wir hatten uns gegen einen Verbleib in Moab entschieden, da kein Mensch wusste, wie der Corona Lockdown verlaufen würde, und wir unseren 90 Tage ESTA Aufenthalt auf keinen Fall überschreiten wollten. Ja keinen Ärger mit der US Justiz, die machen einem sonst das Leben zur Hölle. Das käme einer Corona Ansteckung wohl ziemlich nahe !

Nun kam per eMail eine weitere Stornierung eines unserer Verbindungsflüge und nach weiteren, langen Telefonaten mit dem Service Center hatten wir eine neue Route gebucht. Diese sollte uns über Newark nach Frankfurt und von dort nach Hamburg schlussendlich nach Zürich-Kloten führen. Es dauerte aber nicht lange, bis wieder eine Stornierung per eMail eintraf. Es war nun später Samstag Vormittag und ein weiterer Anruf hat sich erledigt, denn das Lufthansa Service Center war über das Wochenende trotz der Corona Wirren geschlossen, und bis Montag wollten wir nicht warten.

Wir stornierten unseren mehrmals umgebuchten Flug und buchten online bei United selbst einen einfachen Heimflug. Der Weg führte uns am Samstag abend von Moab nach Denver und von dort mit dem Nachtflug nach Newark und nach einem 14 stündigen Aufenthalt weiter nach Zürich Kloten. Alles schien zu klappen. Wir hatten nun noch weniger als drei Stunden, um zu packen, aufzuräumen, zu putzen und die Fahrt zum Canyonlands Field Airport, der etwas ausserhalb von Moab liegt, zu organisieren. Zum Glück war Madeleine erreichbar. Die half uns bei den letzten Arbeiten und fuhr uns zum Airport. Alles verlief nach Plan, allerdings mussten wir Moab doch eher fluchtartig verlassen. Das war schade.

Der Check In und die Security Prozedur verlief angenehm und problemlos. Aufgrund des 14 stündigen Aufenthaltes in Newark konnte unser Gepäck leider nicht bis nach Zürich  sondern nur bis Newark eingecheckt werden. Und so verliess eine Handvoll Passagiere Moab am späten Samstag Abend in Richtung Denver International Airport.

Denver International Airport
Wo sonst kein Sitzplatz mehr frei ist
Denver International Airport
Eine Stärkung vor dem Nachtflug nach Newark

Wir sind gut und pünktlich in Denver angekommen und der Flugplatz war praktisch menschenleer. Die Wartezonen, wo sonst kein Sitzplatz mehr frei ist, glichen einer gesperrten Zone. Wir hatten etwas über drei Stunden Aufenthaltszeit und auf der Informationstafel wurde unser Nachtflug nach Newark als On Time markiert. Das waren gute Neuigkeiten. Am Gate schien auch alles normal zu laufen. Wir stärkten uns noch bei McDonalds und hatten einen pünktlichen Abflug kurz vor Mitternacht.

Am frühem Morgen sind wir gut aber müde in Newark im Epizentrum des Corona Ausbruchs in New Jersey bei New York angekommen. Im Gegensatz zu Denver herrschte hier am frühen Morgen schon reges Treiben. Wir schnappten unsere Koffer und warteten bis der Gepäckschalter öffnete. Danach verbrachten wir den ganzen Tag auf dem Flughafen Newark, welcher noch ziemlich schlecht auf den Corona Ausbruch vorbereitet erschien. Alle 15 Minuten ertönten Warnhinweise, man solle sein Gepäck nicht unbeaufsichtigt lassen aber über Corona wurde nicht informiert. Social Distancing und Desinfektionsstationen waren überhaupt kein Thema. Einige skuril gekleidete Passagiere liessen aber schon auf Corona Hysterie schliessen. Trashige Plastiküberzüge und Doppelfilter Militärgasmasken aus russischen Restbeständen waren zu sehen. Die Leute trugen Desinfektionsmittel mit sich, zogen sich Handschuhe über und reinigten die Tische, bevor sie gefühlte 20 Zentimeter von einem entfernt Platz nahmen. Panik, Hysterie aber keine Ahnung wie man sich verhalten sollte. Dann noch in jeder Ecke ein Fernseher mit Live Schaltungen ins Weisse Haus und einem «Präsidenten» mit treuen Trabanten, die allesamt Corona verleugnen. Im Vergleich zu Moab war das dann schon etwas zu viel.

Newark
Blick hinüber nach Manhattan
Newark
Wegen Corona geschlossen
Newark
Schade für die Business Passagiere
Newark
Per App Essen bestellen

Es wurde langsam aber sicher Abend und alles war im grünen Bereich. Es schien alles zu klappen. Unser Flugzeug dockte an und wurde für den Abflug nach Zürich bereitgestellt. Der weibliche Captain – gefühlte 75 Jahre alt – und zwei junge Assistenten erkundigte sich beim United Personal am Gate nach dem aktuellen Stand. Die Rollen waren hier klar verteilt. Das Flugzeug war etwa zur Hälfte besetzt, und wir konnten unsere Sitzplätze noch wechseln, damit wir etwas Abstand zu den anderen Passagieren halten konnten. Es war interessant zu hören, welch abenteuerliche Anreisen die Leute hatten und unter welchen Umständen sie ungeplant und unfreiwillig auf dem Weg nach Zürich waren. Beim Boarding wurden die Pässe genau kontrolliert, denn in den Schengenraum Ländern galten strikte Einreisevorschriften. Wer nicht nachweisen konnte, dass man in die Schweiz einreisen kann (z.B. Staatsbürgerschaft oder Aufenthaltsbewilligung) durfte nicht mit an Bord.

Am frühen Sonntag Morgen sind wir gut in Zürich Kloten gelandet. Uns erwartete ein mehr oder weniger verlassener Flughafen, unzähliges Sicherheitspersonal, Kontrollen und Überwachung der Einhaltung der Corona Regeln. Wir waren froh, dass Danielle, welche am Tag zuvor aus Seattle angereist war, uns am Flughafen abholte und uns über leergefegte Autobahnen nach Hause fuhr. Dort angelangt, begaben wir uns in eine 14 tätige Selbstquarantäne. Wir waren froh, wieder gut zuhause angekommen zu sein. Eine spannende Rückreise lag hinter uns.

Corona Lockdown
Leergefegte Autobahn in Zürich Kloten

 

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.