Durch den Lassen Volcanic National Park zum Pazifischen Ozean

Wir verliessen das Hotel and Casino Circus Circus und damit die Glücksspielstadt Reno in Nevada am frühen Vormittag und fuhren kurzes Stück auf der Interstate 395 nach Norden. Vor uns lagen knappe 250 Kilometer oder drei Stunden Fahrzeit zum im Bundesstaat Kalifornien gelegenen Lassen Volcanic National Park. Diesen wollten wir uns auf dem Weg nach Westen zur Küste des Pazifischen Ozeans nicht entgehen lassen.

Lassen Volcanic National Park
Noch vier Meilen bis zum Lassen Volcanic National Park

Nachdem wir auf den Highway 70 abbogen führte der Weg durch die Weiten des Plumas National Forest. Ab dem Lake Almanor wird der Strassenabschnitt bis zum National Park Volcanic Legacy Scenic Byway genannt. Die Gegenden wirkten entlegen, und das Verkehrsaufkommen war gering. So sind wir gut und zeitlich wie geplant beim bereits winterdicht geschlossenen Kohm Yah-mah-nee Visitor Center im Lassen Volcanic National Park angekommen. Der Winter stand anfang November vor der Haustüre und der gesamte Nationalpark würde wohl in den nächsten Tagen geschlossen werden. Wir befanden uns am südlichen Eingang zum Nationalpark.

Lassen Volcanic National Park
Die Übersichtskarte des Lassen Volcanic National Parks

Der im Norden  von Kalifornien liegende und im Jahr 1916 gegründete Lassen Volcanic Nationalpark umfasst ein Gebiet von 431 km² um den Lassen Peak, einem zuletzt in den Jahren 1914 und 1921 aktiven Vulkan. In der Gegend rund um den Lassen Peak ist die Erde immer noch vulkanisch aktiv, was sich in Schlammtöpfen, heissen Quellen und Dampfaustrittsstellen (Fumarolen) zeigt. Lassen ist eines der wenigen Gebiete weltweit, in denen alle vier Hauptformen von Vulkanen vorkommen (Quelle: Wikipedia).

Lassen Volcanic National Park
Heisser Schlammtopf bei Sulphur Works

Kurz nach dem Visitor Center hielten wir im Gebiet von Sulphur Works an. Direkt am Strassenrand kann man hier einen heissen Schlammtopf besichtigen sowie das nach faulen Eiern riechende Schwefel (Sulphur) warnehmen. Die Landschaft verdankt ihre Farbenpracht verschiedenen Mineralien. Langweiliges Grau wechselt sich mit leuchtenden orange und gelb Tönen ab.

Lassen Volcanic National Park
Intensive Farbtöne
Lassen Volcanic National Park
Heiss dampfender Schlammtopf

An dieser Stelle, welche erst im Jahr 1952 in den Nationalpark mittels Kauf integriert wurde, betrieb die Familie von Mathias Supan, einem Einwanderer aus Österreich, das Sulphur Works Inn mit heilenden Dampfbädern in einem eigenen Badehaus sowie einer Tankstelle. Ebenso konnte man hier übernachten und sich in Inn verpflegen. Bis zum Jahr 1952 war Sulphur Works Privatbesitz inmitten des bestehenden Nationalparks. Nachfolgend noch eine Parkbroschüre mit weiteren, interessanten Details zur Familie Supan und ihren Geschäftstätigkeiten im heutigen Nationalpark.

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Lassen Volcanic National Park
Am Ufer des Emerald Lakes

Vor der Ankunft der weissen Siedler wurde die Gegend um den Lassen Peak von einigen indianischen Volksstämmen bewohnt. Aufgrund der harschen Winter kamen sie lediglich in den Sommermonaten zur Jagd und zum Fischfang sowie zum Sammeln von Beeren und Nüssen in das Gebiet des heutigen Nationalparks.

Bei der Besiedlung Kaliforniens durch europäische Einwanderer spielte die Region nur eine untergeordnete Rolle. Die im Jahr 1848 von dem dänischen Siedler Peter Lassen erstmals genutzte Reiseroute durch das Gebiet des heutigen Nationalparks stellte sich als zu beschwerlich heraus.

Lassen Volcanic National Park
Blick hinauf zum Lassen Peak

Im Jahr 1863 schickte der California Geological Survey eine Expedition unter der Leitung von William H. Brewer in die Gegend des heutigen Nationalparks. Diese Erkundung lieferte die ersten Ergebnisse für das Verständnis der vulkanischen Ursprünge des Gebiets. Im August des Jahres 1863 bestieg Helen Brodt als erste nicht indigene Frau den Lassen Peak. Nach ihr wurde später der am Fusse des Vulkans gelegene See Lake Helen benannt.

Lassen Volcanic National Park
Lake Helen

Wir fuhren die kurvenreiche Parkstrasse und machten beim smaragdgrünen Emerald Lake wie auch beim alpinen Lake Helen jeweils einen kurzen Halt. Einige Parkmitarbeiter waren damit beschäftigt, Strassenschilder zu demontieren oder anders gesagt, den Park winterdicht zu machen. Aufgrund der hohen Baumgrenze konnte man sich das schlecht vorstellen, aber das Gelände wirkt schon ziemlich alpin. Wir fuhren weiter und machten beim Reflexion Lake in der Nähe des westlichen Parkeingangs nochmals kurz Halt. Auch dieser kleine See macht seinem Namen alle Ehre.

Lassen Volcanic National Park
Der Reflexion Lake mit seinen Spiegelungen

Es war schon später Nachmittag als wir den Lassen Volcanic National Park verliessen und uns auf den Weg nach Westen machten. Unser Tagesziel, das Clarion Hotel in Eureka am Pazifischen Ozean lag noch 311 Kilometer weit weg. Das entsprach einer Fahrzeit von ungefähr vier Stunden. Auf dem Highway 44 gelangten wir nach Redding, kämpften uns durch den Verkehr, um anschliessend auf dem Highway 299 nach Eureka zu gelangen. In der Gegend um Redding waren noch die Auswirkungen der katastrophalen Waldbrände des Vorjahres zu sehen. Ganze Landschaftsstriche standen hier in Flammen.

Dieser Streckenabschnitt führt durch ein endlos langes Tal, die Anzahl der Kurven kann man gar nicht zählen. Die Einheimischen, welche hier jede Kurve kennen, fahren ziemlich sportlich. Zudem ist der Highway 299 nur schlecht ausgeleuchtet. Wir waren aber um die hilfreichen und leuchtenden Bodenmarkierungen froh. Bald wurde es dunkel und Eureka rückte langsam aber sicher näher.

Wir waren froh, nun endlich am Ziel angelangt zu sein. Wir bezogen unser Zimmer und entschlossen uns, im Hotel noch etwas einfaches zu essen. Wir waren viel zu müde, um noch gross etwas im Umfeld des Hotels zu suchen. Das Wetter wechselte und der für diese Gegend bekannte Nebel zog auf. Für morgen war sogar etwas Regen angesagt. Dies sollten für uns die ersten Regentropfen seit über zwei Monaten sein.

Eureka
Sandwich mit Pommes und Rotwein im Clarion Hotel in Eureka, Kalifornien

 

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