Durch die North Caineville Mesa zum Capitol Reef National Park

Nach dem ausgedehnten Tagesausflug, welchen wir mit Martyn und Glyn unternommen hatten (Link) liessen wir es in Moab etwas ruhiger angehen, bevor der nächste Road Trip beginnen sollte. Kulinarisch verpflegten wir uns in der Moab Garage mit Donuts und frisch gemachten Eis sowie etwas gesünder und pflanzlich bei Moab Kitchen, dem einzigen 100% veganen Restaurant und Food Truck in Moab.

Moab
Donut und frisches Eis in der Moab Garage
Moab
Ich gebe bei Moab Kitchen die Bestellung auf

Nun konnte unser nächster Road Trip beginnen. Das heutige Tagesziel war Lyman, ein kleines Städtchen etwas ausserhalb des Capitol Reef National Park gelegen. Dort wartete bei The Mills & Lodge eine hübsche Cabin auf uns. Doch dazu später mehr. Da wir einen Abstecher durch die North Caineville Mesa planten, mussten wir frühzeitig aufstehen, damit wir auch ja genug Zeit hatten. Frühstück gab es so gegen 7:00 Uhr im Love Muffin, und frisch gestärkt fuhren wir bei kühlen Temperaturen in Richtung Goblin Valley State Park.

Fremont
Temple Mountain Wash Pictograph Panel

Der Weg führte uns über die Interstate 70 west- und über den Highway 24 südwärts. Einen ersten Halt legten wir nach gut eineinhalb Stunden Fahrzeit beim Temple Mountain Wash Pictograph Panel ein. Entgegen den Petroglpyhs, welche in den Stein geritzt wurden, handelt es sich bei Pictographs um Zeichnungen. Die Pictographs dieses Panels sind für Utah einmalig in Bezug auf ihre Motive und Grösse. Die grösste Zeichnung ist rund 1.80 Meter hoch und war wohl früher noch grösser. Die  natürliche Erosion hat jedoch ihre Spuren hinterlassen. Grosse, oberflächige Felsplatten sind weggebrochen und mit ihnen auch Teile oder sogar ganze Zeichnungen. Was bis jetzt übrig blieb, ist aber immer noch sehenswert. Die Zeichnungen liegen erhöht, was sicher dazu führte, dass keine Spuren von menschlichen Vandalismus ausgemacht werden können. Je grösser die Motive gezeichnet wurden, desto mehr Bedeutung wurde ihnen zugemessen. Es wird geschätzt, dass das Panel wohl über 30 Meter breit war. Es sind auch Petroglyphen zu finden, jedoch von untenstehend, schwer auszumachen. Die Zeitspanne der verschiedenen Petroglyphs und Pictographs reicht vom Jahr 8’000 (Schätzung) bis zum Jahr 100 vor Christus. Die jüngeren sind der Fremont Kultur zuzuordnen.

Fremont
Temple Mountain Wash Pictograph Panel

Nach diesem interessanten Abstecher in die Vergangenheit entschieden wir uns, auf der gut und neu angelegten jedoch nicht asphaltierten Strasse in Richtung Temple Mountain weiterzufahren. Wenn man hier weiter in Richtung Norden fährt, erreicht man wieder die Interstate 70.

Mining
Temple Mountain

Das Gebiet rund um den Temple Mountain wurde aufgrund der intensiv betriebenen Suche nach Uranium und Vanadium Erzen durch ein umfassend angelegtem Strassennetz erschlossen. Das Ganze begann im Jahr 1948 und hat sich kurz danach schnell entwickelt. Bis zum Jahr 1956 wurden in diesem weitläufigen Gebiet rund 261’000 Tonnen Uranium Erze geschürft. Diese Erze enthielten Uranium Oxdid und Vanadium Oxid. Die grössten Vorkommen lagen rund um den Temple Mountain. Heute erinnern nur noch die Minen Namen, wie Calyx 8 oder Vanadium King 1 sowie das umfassende Strassennetz an diese Zeit. Leider sind auch keine bedeutenden Überreste der Siedlung Temple Mountain Townsite mehr erhalten. Unterhalb des Temple Mountains findet man auf dem hübsch angelegten, einfachen Campground Übernachtungsmöglichkeiten. Viele Besucher machten davon Gebrauch. Der spontane Abstecher hat sich auf jeden Fall gelohnt. Wieder etwas entdeckt, was so nicht unbedingt in den gängigen Reiseführern steht. Ein spontanes Abbiegen nach links oder rechts macht sich meistens bezahlt.

Utah
Der Temple Mountain zur Linken

Wir machten uns jetzt wieder auf den Rückweg zum Highway 24, auf welchem wir zwischen den Ortschaften Caineville und Hanksville nach rechts in die Coal Mine Road  (auch bekannt unter der Bezeichnung 6650 East) abbogen (GPS Koordinaten: 38°22’01.2″N 110°53’32.1″W).

North Caineville Mesa
Diese Abzweigung nicht verpassen. Im Hintergrund ist der Factory Butte zu erkennen
North Caineville Mesa
Unmittelbar nach der Abzweigung undedingt die Informationstafeln studieren

In der Nähe befindet sich noch die Mars Desert Research Station, die auch besucht werden kann. Das haben wir aber erst nachträglich auf Google Maps ausfindig gemacht. Es ist nicht überraschend, dass die Forscher diese Gegend ausgesucht hatten. Man kommt sich wirklich vor wie auf einem fremden Planeten. Gerade deshalb zog es uns wohl hierher. Nach der Dürre der letzten Monate war der Untergrund vollständig ausgetrocknet. Man stelle sich vor, in welche Schlammlandschaft sich das Ganze nach einem Niederschlag verwandelt. An zahlreichen, jedoch festgeschriebenen Stellen, darf auch abseits der nicht asphaltierten Strasse gefahren werden. Das sollte bei nassen Verhältnissen jedoch nicht gewagt werden. Man stelle sich vor, hier im Schlamm stecken zu bleiben. Leider halten sich nicht alle an diese Vorschriften. Viele Reifenspuren sind in gesperrten Gebieten zu erkennen. Diese Idioten machen solange weiter, bis alles gesperrt wird. Den Spuren nach zu urteilen, handelte es ich um laute und röhrende ATVs.

North Caineville Mesa
Unterwegs zum Fusse des Factory Buttes

Die North Caineville Mesa ist wirklich einzigartig und ziemlich entlegen und ruhig. Wir waren die einzigen, welche auf Erkundungstour waren. Der Weg führt vom Parkplatz mit den Informationstafeln nach Norden zum Factory Butte und dann noch etwas weiter. Dieser ist die höchste Erhebung in dieser Gegend.

North Caineville Mesa
Factory Butte mit den Henry Mountains im Hintergrund

Nördlich vom Factory Butte führt die Strasse wieder südwärts in Richtung Highway 24. Genau diesen Weg wählten wir. Früher wurde in diesem Gebiet auch Kohle abgebaut. Die schwarz gefärbte Landschaft dieser Badlands lässt daran erinnern.

Utah
Blick hinauf zur North Caineville Mesa

 

Wir gelangten zurück auf den Highway 24 und fuhren nach Torrey, wo wir im Chuck Wagon General Store ein paar Lebensmittel kauften. Dies, nachdem wir feststellten, dass wir unser Mikrowellen Nachtessen in Moab vergessen hatten. Der Highway 24 führt mitten durch den längs verlaufenden Capitol Reef National Park. Auf dem Weg zu unserer Cabin tauchten die Felsen während des Sonnenuntergangs in tiefes rot.

Utah
Sonnenuntergang beim Visitor Center im Capitol Reef National Park

Unsere Cabin war jetzt nicht mehr weit entfernt. Tagsüber hatten wir noch eine eMail mit dem Code für den Schlüsselkasten erhalten. Die The Mills & Lodge ist wirklich gut organisiert. Reservation und Buchung ist über Internet möglich, und der Schlüssel für die Cabin wird im Schlüsselkasten beim Eingang zur Cabin hinterlegt. Die Preise sind absolut moderat und liegen deutlich unter den Preisen der Hotels und Motels, welche zwar etwas näher beim Nationalpark liegen, jedoch viel weniger Charme besitzen. Die ungefähr zehn Cabins wurden wohl erst kürzlich erbaut. Wir hatten die Cabin 3 mit Dusche und WC sowie zwei Full Size Betten. Im Weiteren sind die mit TV, Mikrowelle, Kühlschrank und Elektroheizung ausgestattet. Ein Holzkohle Grill sowie eine Feuerstelle mit Brennholz steht gemeinschaftlich zur Verfügung. Ein absolutes Highlight !

The Mill Cabins and Lodge
Unsere rustikale Cabin von aussen
The Mill Cabins and Lodge
Zwei bequeme Full Size Betten

Und für alle, die noch mehr Fotos anschauen möchten, nachfolgend eine Bilder Galerie. Viel Spass beim Anschauen.

Photo Galerie
«North Caineville Mesa und weitere Eindrücke dieses tollen Tages»

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