Entlang dem Devil’s Garden Trail im Arches National Park

Unser heutiger Ausflug führte uns in den Devil’s Garden in den hintersten Teil des Arches National Parks. Dieser verwinkelte und zerklüftete Garten des Teufels gilt als einer der schönsten Teile des Parks. Dazu gehört natürlich auch der gleichnamige Campground. Einer der begehrten Stellplätze muss etliche Monate im Voraus im Internet reserviert werden. Ansonsten hat man in der Hauptreisezeit zwischen April und Oktober keine Chance auf eine spontante Übernachtung.

Der Devil’s Garden Trail führt als Rundweg über eine Wegstrecke von 13.1 Kilometern an zahlreichen Arches vorbei. Der vor wenigen Jahren stark vergrösserte Parkplatz beim Trailhead bietet in der Hauptreisezeit nicht allen Fahrzeugen Platz. So entschieden wir uns, frühzeitig in Moab aufzubrechen, sodass wir um 9:00 Uhr am frühen Vormittag loslegen konnten. Der Parkplatz war bereits um diese Zeit sehr gut gefüllt. Für Elliott käme diese anstrengende Wanderung noch zu früh. Da müssen wir noch ein Weilchen warten, bis er sie auch geniessen kann. So blieb Margot mit ihm in Moab. Sie hatten sicher auch eine gute Zeit miteinander.

Devil's Garden Trail
Tunnel Arch
Devil's Garden Trail
Pine Tree Arch

 

 

 

 

 

Die Temperatur lag noch im angenehmen Bereich. Auf dem ersten Teil bis zum Double Arch begegnet man unzähligen Wanderern sowie zahlreichen, wunderschönen Arches. Schon nach wenigen hundert Metern erreicht man über eine kleine Verzweigung den Tunnel Arch und den Pine Tree Arch. Beide präsentierten sich im schönen Licht des frühen Vormittags. Die kurze Abzweigung lohnt sich auf jeden Fall. Danach gelangt man wieder auf den Hauptweg, welcher zum mächtigen Landscape Arch führt. Wir befinden uns auf einer Höhe von 1’579 Metern über Meer und die Höhendifferenz für diesen Trail beträgt knapp 200 Meter. Je nach Jahres- oder Tageszeit ist die Hitze nicht zu unterschätzen. Für die Begehung ist genügend Zeit für Pausen und Fotohalte einzurechnen, das heisst mindestens vier Stunden wenn nicht eher mehr.

Wir erreichten den Landscape Arch, welcher mit seiner Spannweite von 93 Metern und seiner Höhe von 32 Metern nicht übersehen werden kann. Die dünnste Stelle misst gerade einmal 3.4 Meter. Vergleicht man diese knappste Stelle mit dem ältesten bekannten Foto aus dem Jahr 1896, so stellt man fest, dass die Erosion dem Arch seit Ende des 19. Jahrhunderts nicht bedeutend zugesetzt hat. Dennoch hat man das Gefühl, der könne jederzeit zusammenbrechen.

Devil's Garden Trail
Landscape Arch

Nach dem Landscape Arch beginnt eine kurze aber heftige Steigung. Der Wanderweg führt durch eine Schlucht hinauf auf eine Art Hochebene, von wo man einen gewaltigen 360 Grad Rundumblick geniessen kann. Auf der linken Seite sieht man noch die Überreste des eingestürtzten Wall Arch. Dieser krachte am 4. August 2008 in sich zusammen.

Devil's Garden Trail
Der Aufstieg nach dem Landscape Arch
Devil's Garden Trail
Oben angelangt

Über einen Seitenarm des Wanderwegs gelangt man nach kurzer Zeit zum Navajo Arch und zum Partition Arch. Der Abstecher lohnt sich auf jeden Fall. Am Vormittag steht die Sonne für Fotografen vor allem beim Partition Arch etwas ungünstig. So ist man gezwungen, gegen das Licht zu fotografieren. Dies führte bei meinem iPhone leider zu keinen brauchbaren Aufnahmen. Deshalb nachfolgend ein Bild vom 26. Juni 2018. Damals (Link) war ich mit Fabienne bei 43 Grad Celsius unterwegs !

Devil's Garden Trail
Navajo Arch
Devil's Garden Trail
Partition Arch (26. Juni 2018)
Devil's Garden Trail
Blick zu den Book Cliffs und hinein in den Devil’s Garden

Die Aussicht ist absolut genial. Aber nicht nur der Weitblick ist sehr eindrücklich, sondern auch der Blick hinunter zu den genial geformten und bizarren Felsformationen (Fins), welche den Devil’s Garden bilden. Als nächstes erreicht man einen Aussichtspunkt, von welchem aus man mit etwas Geduld den Black Arch sehen kann. Auf ein Foto sei an dieser Stelle verzichtet, da man ihn ohnehin nicht sieht. Da wäre schon ein starkes Teleobjektiv nötig. Vielleicht bietet das neue iPhone 11 Hilfe. Der Weg führt nun weiter und bald ist der mächtige Double O Arch erreicht. Dieser Arch trägt seinen Namen absolut zu Recht. Es handelt sich um zwei übereinander liegende Arche, von welchen der untere, kleinere als rundes O erscheint. Ein idealer Platz für eine kurze Rast im Schatten.

Devil's Garden
Double O Arch
Devil's Garden
Dark Angel

Über einen Seitenarm führt der Wanderweg zum Dark Angel. Dies ist zur Abwechslung kein Arch sondern ein in die Höhe ragender Felsen, welcher wie ein grosser Turm Wache hält. Der Weg führt über dieselbe Route zurück zum Double O Arch. Die meisten Wanderer, welche bis hierher gekommen sind, gehen auf demselben Weg wieder zum Parkplatz zurück. Wir entschieden uns aber für den Rundweg, das heisst, beim Double O Arch nahmen wir den Primitive Trail Abschnitt in Angriff. Der Ausdruck Primitive Trail soll verdeutlichen, dass der Weg nicht mehr so gut markiert ist und zudem einige Stellen Trittsicherheit erfordern.

Devil's Garden
Auf dem Primitive Trail unterwegs durch den Garten des Teufels

Erschwerend kommt im Sommer hinzu, dass man durch den Glutofen des Devils Garden wandert. Also unbedingt genügend Flüssigkeit auf sich tragen. Besonders in den Hitzemonaten müssen Wanderer oftmals gerettet werden. Auch Todesfälle wurden leider schon verzeichnet. Der Weg führt durch eine unglaubliche Märchenlandschaft, geprägt durch fantasievolle Felsformationen, kurvigen Wegabschnitten und kurzen aber steilen Auf- und Abstiegen. Wiederum über einen Seitenarm gelangt man zum Private Arch, den letzten Arch dieser Wanderung. Auch er überzeugt in seiner Schönheit, auch wenn er nicht unbedingt mit den bisher gesehenen mithalten kann. Der Abstecher lohnt sich aber auf jeden Fall.

Devil's Garden
Private Arch
Devil's Garden
Hoch hinauf, Spass muss sein !

Am Ende des Wash beginnt der letzte Abschnitt des Primitive Trails mit dem Ziel, etwas unterhalb des Landscape Arch wieder auf den Hauptweg zu gelangen. Der Aufstieg führt durch feinen Sand. Hoffentlich reichen die Kraftreserven noch ! Es eröffnet sich ein schöner Blick zu den am Horizont auftauchenden, knapp 4’000 Meter hohen La Sal Mountains.

Devil's Garden
Panorama-Blick zu den am Horizont liegenden La Sal Mountains

Wir sind wieder gut beim Trailhead angekommen und füllten wir die Rückfahrt nach Moab noch unsere Trinkflaschen auf. Dort angekommen ruhten wir uns etwas aus und erfrischten uns nachher zusammen mit Margot und Elliott im Pool.

Photo Galerie
«Entlang dem Devil’s Garden Trail im Arches National Park»

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