Ein Wanderung hinauf zum Delicate Arch

Heute ging es hinauf zu einem der meist-fotografierten Naturwunder der USA und wohl auch der gesamten Welt, dem Delicate Arch im Arches National Park. Dieser in seiner Art einmalige Arch liegt auf einer Anhöhe, von welcher man nebst dem Arch auch eine unglaubliche Rundumsicht geniessen kann. Wenn man weiss wo, kann man den Arch schon von der Parkstrasse her sehen.

Der Parkplatz des Trail Heads des 2.6 Kilometer langen Aufstiegs mit seinen knapp 150 Höhenmetern ist gut beschildert, kann jedoch je nach Jahres- und Tageszeit gut bis sehr gut besetzt sein. Dies, obwohl er vor wenigen Jahren deutlich vergrössert wurde. Das spricht für die Bekanntheit und Beliebtheit des Arches National Parks im Allgemeinen. Das grösste Problem des Parks besteht darin, die Besucherströme bewältigen zu können. Auch heute war der Parkplatz gut aber nicht voll besetzt. Die grosse Hitze von gegen 40 Grad Celsius schreckte wohl einige Besucher ab, uns aber natürlich nicht, und so konnte es losgehen.

In der Nähe des Parkplatzes liegt die verlassene Wolfe Ranch von John Wesley Wolfe, einem Veteranen des amerikanischen Bürgerkriegs, der sich 1898 mit seinem ältesten Sohn Fred in der Gegend des heutigen Delicate Arch Trails niederliess. 1906 folgten ihm seine Tochter Flora mit Ehemann und Kindern, die jedoch 1908 wieder nach Moab wegzogen. Wolfe verkaufte seine Ranch 1910 an Tommy Larson und zog zurück in seinen Heimatort in Ohio.

Wolf Ranch im Arches National Park beim Trail zum Delicate Arch
Wolfe Ranch

Wir ihr oben im Bild sehen könnt, liegt die Wolfe Ranch direkt beim Trail zum Delicate Arch. Deshalb sollte man diesen kurzen Abstecher auf jeden Fall nicht auslassen. Ein Blick in die Hütte macht sofort klar, unter welch widrigen Verhältnissen die Wolfe Familie hier gelebt haben muss. Wasser ist jedoch meistens vorhanden und im Falle von starkem Regen nach langer Trockenheit wird die Zufahrtsstrasse überschwemmt. Dies führt immer wieder zu temporären Sperrungen der Zufahrtsstrasse durch die Parkverwaltung.

Der Weg steigt nun leicht an, und man gewinnt schnell an Höhe. Die Landschaft ist karg und Schatten eine Seltenheit. Also unbedingt genügend Flüssigkeit mitführen. Man sieht immer wieder Besucher, welche umkehren müssen oder sich mit letzten Kräften zum Delicate Arch hinaufquälen.

Delicate Arch im Arches National Park

Der zweite Streckenabschnitt, welcher über rote Slick Rock Felsen führt, ist schon deutlich steiler als der Abschnitt unmittelbar nach der Wolfe Ranch. Die Sonne brennt, und der rote Fels speichert und reflektiert die Bruthitze.

Delicate Arch Trail im Arches National Park

Kurz bevor man den Delicate Arch erreicht, durchquert man teilweise im Sand eine hübsche Landschaft, die durch zahlreiche kleinere Hügel geprägt wird. Hier hat man auch ein wenig die Möglichkeit, die Gegend auszukundschaften. Der eigentliche Trail ist immer gut markiert und sichtbar.

Delicate Arch Trail im Arches National Park

An einigenStellen kann man sich im weniger heissen Schatten etwas abkühlen und Kraft für den letzten Abschnitt tanken. Andrin und Ciril machten davon Gebrauch. Nein, eigentlich nicht. Sie hätten heute wohl eine neue Bestzeit aufstellen können, hätten sie hier nicht auf Margot, Monika und mich gewartet.

Delicate Arch Trail im Arches National Park

Kurz nach diesem Schattenplätzchen hat man die Möglichkeit, eine kleine Kletterpartie zu einem wohl namenlosen Mini-Arch zu unternehmen. Moni und die Jungs haben dies problemlos gemacht und konnten von dort oben einen ersten Blick zum Delicate Arch geniessen.

Delicate Arch Trail im Arches National Park

Der 20 Meter hohe Delicate Arch bekam seinen Namen im Jahr 1933 von Frank Beckwith, dem Führer der Arches National Monument Scientific Expedition. Der Delicate Arch war zu dieser Zeit kein Bestandteil des Parks bis zur Vergrösserung 1938. Um 1950 sollte der Bogen mit einer Art Plastiküberzug versehen werden, um ihn vor weiterer Erosion und Zerstörung zu bewahren. Doch der National Park Service besann sich auf seine ursprünglichen Ziele, die Natur vor den Menschen zu schützen und vor dessen Einfluss zu bewahren, ansonsten aber die Natur sich selbst zu überlassen.

Delicate Arch im Arches National Park

Zum Delicate Arch oder genauer gesagt, unter den Delicate Arch gelangt man über eine letzte Passage, welche in den Fels gehauen wurde. Bei grossem Besucherandrang sollte man hier aufpassen, es kann bei Gegenverkehr eng werden.

Delicate Arch Trail im Arches National Park

So, nach ungefähr einer Stunde Marschzeit war es geschafft. Wir hatten einen freien Blick auf den Delicate Arch.

Delicate Arch im Arches National Park

Delicate Arch im Arches National Park

Durch Anklicken öffnet sich die Grossbildanschau

Es hatte heute wirklich wenig Besucher, was das Fotografieren beim Arch etwas einfacher gestaltete als sonst. Die Menschenmassen stehen normalerweise Schlange und warten geduldig auf ein Bild mit der Person im Bogen des Arches. Es gibt aber immer wieder welche, die sich nicht an die Anstandsregeln halten, sich vordrängen und mit Mundschutz und Sonnenschirmchen eine gefühlte Ewigkeit unter dem Arch in absolut lächerlichen Posen verharren. Wir genossen die Zeit hier oben und machten uns dann auf den Retourweg zum Parkplatz.

Hier aber noch ein 18 Sekunden langer Zeitraffer Film des Besucherandrangs vom 22. Mai 2015. Viel Spass !

Beim Rückweg machten wir noch einen Abstecher zu einem gut erhaltenen Panel mit Petroglyphen aus der Besiedlungszeit der Paiute Indianer. Erste Begegnungen der Spanier mit diesem Stamm gab es im Jahr 1776. Auch fand man Petroglyphen, die den Paiute zugeschrieben werden, da diese Jagdszenen mit auf Pferden sitzenden Indianern zeigen. Pferde wurden jedoch erst von den Spaniern während der Kolonialisierung eingeführt. Auch auf dem Panel im Arches National Park sind solche Abbildungen zu finden.

Petroglyphen im Arches National Park

Petroglyphen im Arches National Park

Erste Spuren von Menschen im heutigen Nationalpark stammen vom Ende der letzten Eiszeit vor über 10.000 Jahren. Spuren von Ackerbau finden sich jedoch erst 8000 Jahre später. So wurden Reste von Feldern entdeckt, auf denen Mais, Bohnen und Kürbisse angebaut wurden. Hinweise auf menschliche Behausungen aus dieser Zeit fehlen jedoch vollständig. Man vermutet, dass die damalige Bevölkerung in der Nähe von Four Corners gewohnt haben und im Arches-Nationalpark nur die Felder bestellten. Die Bevölkerung wird den Fremont People beziehungsweise den Ahnen der Pueblo-Erbauer zugerechnet. Sie wohnten in ähnlichen Bauten, wie sie noch heute in Mesa Verde zu bewundern sind. Obwohl man keine Behausungen fand, existieren zahlreiche Felszeichnungen aus dieser Zeit. Die Nachkommen der Pueblo-Erbauer wohnen noch heute in Pueblos, zum Beispiel die Hopi-Indianer. Die Fremont People waren Zeitgenossen der Pueblo-Erbauer und die Unterschiede der beiden Kulturen sind bis heute noch nicht hinreichend erforscht. Beide Kulturen verliessen beinahe zeitgleich vor etwa 700 Jahren diese Gegend.

Photo Galerie «Delicate Arch»

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