White Rim Road Expedition – Tag 1

Am frühen Morgen starteten wir unsere zweitägige White Rim Road Expedition. Die White Rim Road liegt inmitten des Island in the Sky Distrikts des Canyonland National Park. Die nicht asphaltierte 4×4 Strecke ist 115 Kilometer lang und führt mehrheitlich durch die weissen Sandsteinformationen unterhalb der Island in the Sky Hochebene. Wir wählten die Anfahrt über die Potash Road und den Thelma and Louise Point, was zu einer Verlängerung der Strecke auf 143 Kilometer führte. Dieser Route zum Opfer fiel der Shafer Trail, welchen wir ja zur Genüge kennen. Zudem macht es mehr Spass, diesen hinauf als hinab zu fahren.

White Rim Road im Canyonlands National Park
143 Kilometer lange Gesamtstrecke der beiden Tage
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Die White Rim Road wurde im Jahr 1950 durch die Atomic Energy Commission gebaut. Dies mit dem Ziel, den Schürfern nach Uranerz Zugang zu den Ablagerungen und Fundstellen zu geben. Das Uran wurde für den Bau der im Kalten Krieg strategisch wichtigen Nuklearwaffen äusserst gewinnbringend abgebaut. Wie auch immer, die Minen entlang der White Rim Road waren nicht sehr ergibig und wurden deshalb rasch wieder verlassen.

Die White Rim Road führt durch losen Sand, ausgetrocknete oder – je nach Niederschlag – auch nasse Flussläufe und Sandstein Formationen. Nebst 4×4 Fahrzeugen sind auch Bikes und Strassen-Motorräder erlaubt. Hiking Trails gibt es selbstverständlich auch. Das Befahren mit den lärmingen ATVs ist verboten.

Entlang der Withe Rim Road gibt es verschiedene, einfache Campingplätze, welche nur über eine chemische Toilette verfügen. Mehr gibt es nicht. Also auch keine Tische und Bänke und schon gar kein Trinkwasser. Das muss in genügender Menge mitgeführt werden.

Wer wie wir zwei Tage unterwegs ist, benötigt eine Erlaubnis für das Campieren. Diese Erlaubnis (Permit) beinhaltet auch die Benutzung der White Rim Road. Die Campingplätze sind sehr beliebt, und deren Anzahl ist beschränkt. Besonders im Frühjahr und Herbst ist eine frühzeitige Buchung über das Internet (Link) ratsam.

Unsere Vorräte an Wasser und anderer Verpflegung hatten wir bereits besorgt. So mussten wir am frühen Morgen des ersten Tages lediglich die beiden Fahrzeuge, einen Jeep Wrangler Rubicon und einen Grand Cherokee Trailhawk bereitstellen, bevor es endlich losgehen konnte.

Nun konnte es losgehen. Aber nicht bevor die Tanks beider Fahrzeuge bis zum Rand gefüllt waren. Ersatzkanister mit Benzing hatten wir nicht dabei. Das ist auch nicht unbedingt notwendig.

White Rim Road im Canyonlands National Park
White Rim Road wir kommen mit vollen Tanks !
White Rim Road im Canyonlands National Park
71 Kilometer bis zum White Crack Campground am ersten Tag
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Wir fuhren zur Potash Road, wo unsere Expedition starten sollte. Der erste Abschnitt bis zum Musselman Arch ist fahrtechnisch keine grosse Herausforderung. Viele Touristen befahren diese Strecke mit gemieteten Jeeps. Reizvoll ist sie allemal. Man gewinnt schnell an Höhe und beim Thelma and Louise Point hat man einen ungewöhnlich schönen Blick tief hinunter zum Colorado River. Aber aufpassen, es geht mehrere Hundert Meter senkrecht hinunter. Hinweisschilder oder sogar Absperrungen gibt es nicht. Zudem kann es auf dem Plateau recht windig sein, also aufpassen !

Thelma and Louise Point mit Blick hinunter zum Colorado River
Thelma and Louise Point mit Blick hinunter zum Colorado River
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Genau oberhalb liegt der hinterste Viewpoint des Dead Horse State Parks. Wenn man weiss wo er liegt, ist er von hier unten zu erkennen. Die Fahrt führt nun weiter zum «Hintereingang» des Canyonlands National Parks. Ungefähr 400 Meter nach dem Thelma and Louise Point fährt man sehr nahe am Abgrund entlang. Diese Stelle erreicht man nach einer Rechtskurve. Die heikle Passage wird erst nach dieser Rechtskurve sichtbar. Wer also hier übermässig schnell fährt, wird ein grösseres Problem haben.

Potash Road
Eine kritische Stelle der Potash Road nach dem Thelma and Louise Point (4. Juni 2010)

Es ging alles gut, und wir haben den Canyonlands National Park durch den «Hintereingang» betreten. Ein nächster Orientierungspunkt war das Zusammentreffen der Potash Road mit dem Shafer Trail, dessen Spitzkehren man vom Weitem schon sehen kann.

Canyonlands National Park
Der «Hintereingang» zum Canyonlands National Park

Beim Zusammentreffen der beiden Strassen bietet sich einem auch die Gelegenheit, die Toilette aufzusuchen. Wir bogen links ab und fuhren weiter in Richtung Musselman Arch. Dieser Arch ist speziell wegen seiner Lage und Form. Eigentlich sieht er aus wie ein Brücke. Früher war es auch erlaubt, darüber zu gehen. Ein neueres Hinweisschild weist darauf hin, dass dies aus Sicherheitsgründen jetzt nicht mehr erlaubt ist.

Der Musselman Arch im Canyonlands National Park
Der Musselman Arch

Die White Rim Road führt entlang der steil abfallenden Canyons teilweise sehr kurvenreich aber ohne grosse Schwierigkeiten durch diese märchenhafte Landschaft. Man erkennt Details, welche von oben einfach nicht zu erkennen sind. Dazu gehört sicher auch die Herde Bighorn Sheep, welche wir beobachten konnten.

Eine Herde Bighorn Sheeps entlang der White Rim Road
Eine Herde Bighorn Sheep entlang der White Rim Road

Auch wenn die White Rim Road auf diesem Streckenabschnitt keine grossen Herausforderungen stellt, muss man schon immer konzentriert fahren. Die Strasse führt oftmals direkt und ohne grossen Abstand an den überhängenden Rims der verschiedenen Canyons entlang. Ihr könnt das auf den nächsten beiden Bildern gut erkennen.

White Rim Road
White Rim Road
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White Rim Road
Nur nicht zu nahe ans Rim fahren
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Immer gut zu erkennen sind nun die weissen Sandstein Ablagerungen, welche der White Rim Road ihren Namen gaben. Andere Fahrzeuge wurden bis jetzt nicht gesichtet, und wir waren froh, dass wir bis jetzt keine heiklen Ausweichmanöver haben durchführen müssen.

White Rim Road
Die weissen Sandsteinablagerungen an der Oberfläche gaben der Strasse ihren Namen
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Wir kamen gut voran und erreichten die Abzweigung zum White Crack Campground am späteren Nachmittag. Den dunklen Wolken, die sich am Horizont bildeten, schenkten wir noch keine Beachtung. Die Abzweigung ist auch gleich der südlichste Punkt der White Rim Road und liegt noch nicht ganz in der Hälfte der gesamten Strecke.

Die Abzweigung zum White Crack Campground entlang der White Rim Road
Die Abzweigung zum White Crack Campground

Die 2.2. Kilometer lange Strasse zum Campground ist etwas rauher zu fahren, stellt im Grossen Ganzen aber keine Probleme dar. Wie vorher schon beschrieben, ist die Beschreibung Campground so ziemlich übertrieben. Das Reglement sieht vor, dass beim White Crack Campground genau mal eine Partie übernachten darf. Diese darf aus maximal zwei Fahrzeugen und zwei Zelten bestehen. Innerhalb der aufgestellten Markierungspfähle müssen die Zelte aufgeschlagen werden. Tisch und Bänke sucht man vergebens. Wir haben das alles gewusst, und entsprechend gepackt.

Gut beim White Crack Campground angekommen, habe ich zuerst einmal das nähere Gebiet erkundet. Ich wollte unbedingt wissen, woher sich der Name White Crack ableitet. Crack bedeutet soviel wie Riss und genau den wohlte ich finden.

White Crack Campground
Die White Cracks wurden entdeckt
White Crack Campground
Ein White Crack – nur nicht hineinfallen !

Ich konnte einige solcher White Cracks finden. Wettermässig wurde es nun ungemütlich. Begleitet von einem sehr starken Wind, welcher nun plötzlich aufkam, bewegten sich die schwarzen Wolken bedrohlich schnell und nahe an unseren Stellplatz zu. Ich kehrte als um und ging zügig zurück. Beim Stellplatz angekommen, sah ich, wie Margot und Monika verzweifelt versuchten, die Zelte aufzustellen. Ein schwieriges Unterfangen bei dem starken Wind, dachte ich. Ich sollte recht behalten.

White Crack Campground im Canyonlands National Park
Der erfolglose Versuch, eines der Zelte aufzustellen

Der Sandsturm blies brutal. Wir konnten die Augen nicht mehr offen halten und haben uns im Windschatten des Jeep Grand Cherokee versteckt. Wir beobachteten, wie die Regenwolken zogen und waren erleichtert, dass diese einen Bogen um uns herum machten.

White Crack Campground

Nach einer gefühlten Ewigkeit, war der Spuk vorbei. Die Sonne machte sich bemerkbar, die Regenwolken sind vorbeigezogen und der Wind bliess nicht mehr. Jetzt war der richtige Moment, unsere beiden Zelte aufzustellen. Es gelang. Allerdings konnten wir in dem zementharten Boden keine Häringe einschlagen und haben deshalb die Zelte mit den herumliegenden Steinen befestigt. Das ging ganz gut. Allerdings durfte es nicht wieder winden, sonst wären die Zelte weggeblasen worden. Das geschah aber nicht.

White Crack Campground
Unser Camp

Es war Essenszeit, und das mitgebrachte Pulled Pork eingerollt in die Maisfladen schmeckte köstlich. Den Sand spühlten wir mit reichlich Wasser hinunter.

White Crack Campground im Canyonlands National Park
Ein leckeres Gourmet Nachtessen
White Crack Campground
Nichts wie los – den Sonnenuntergang lassen wir uns nicht entgehen !

Das Wetter klarte nun restlos auf, und wir konnten einen weiteren, grandiosen Sonnenuntergang geniessen. Wir gingen vor an das Rim und kamen aus dem Staunen nicht mehr hinaus. Die Stimmung und die absolute Ruhe waren einzigartig. Weit und breit keine Menschenseele, nur wir. Das haben wir wohl noch nie zuvor erlebt. Die intensiven Verfärbungen waren auch heute abend wieder auf die Partikel der zahlreichen Flächenbrände zurückzuführen.

White Crack Campground
Blick zum Needles District des Canyonlands National Parks
White Crack Campground
Ein Sonnenuntergang wie wir in wohl noch nie erlebt hatten

Wir genossen es in vollen Zügen und harrten bis zum letzten Sonnenstrahl aus. Abkühlung kam leider nicht auf. Aber man kann nicht alles haben. Zum Glück blieb alles trocken und nichts wurde vom Winde verweht.

White Crack Campground
Die weisse Sandsteinschicht der White Rim Road

Wieder bei den Zelten angekommen, bereiteten wir uns auf das Schlafengehen vor. Ich war gespannt, wie das funktionieren würde. Hell war es auf jeden Fall. Es war praktisch noch Vollmond und Taschenlampen waren gar nicht nötig, so hell war die Nacht.

White Crack Campground
Schlafmatten aufblasen und dann ab ins Bett !

 

Der erste Tag in bewegten Bildern

 

XXL Photo Galerie «Der erste Tag unserer White Rim Road Expedition»

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