Von Holbrook nach Gallup durch den Petrified Forest National Park

Mit dem Petrified Forest National Park stand ein absolutes Highlight auf dem heutigen Tagesprogramm. Aber auch etwas Route 66 Feeling sollte aufkommen. Doch dazu nachher mehr. Noch vor dem Frühstück haben wir uns kurzfristig entschieden, die zweite Nacht in der Travelodge in Holbrook zu stornieren. Die Unterkunft war in Ordnung, aber überzahlt. Grosszügiger weise wurde uns die zweite bereits gebuchte und bezahlte Übernachtung vollumfänglich wieder gutgeschrieben. Besten Dank, das hätten wir nicht erwartet ! Unser neues Tagesziel hiess Gallup in New Mexico. Bevor wir uns auf den Weg zum Petrified Forest National Park machten, wurden in Holbrook noch ein paar Fotos geschossen und versucht, dass Route 66 Flair einzufangen.

Photo Galerie «Route 66 Flair in Holbrook – Arizona»

In Wikipedia ist folgendes über die Route 66 zu lesen: «Die Route 66 war eine ursprünglich 2451 Meilen (3945 Kilometer) lange Strasse (US Highway) im Fernstrassensystem der USA von Chicago (Illinois) nach Santa Monica/LA (Kalifornien). Sie galt ab 1926, abgesehen vom Lincoln Highway, als eine der ersten durchgehend befestigten Straßenverbindungen zur Westküste. Heute sind die verbliebenen Teilstücke der früher auch Mother Road oder Main Street of America genannten Strecke ein Anziehungspunkt für Touristen und Nostalgiker. Sie wird jedoch nicht mehr einheitlich als Route 66 bezeichnet und ist nicht mehr durchgehend befahrbar. Die Route war zwischen den 1930er- und den 1960er-Jahren die wichtigste Ost-West-Verbindung der Vereinigten Staaten. Einerseits förderte die Route 66 den Umzug in entferntere Gegenden, andererseits verbesserte sie die örtliche Infrastruktur und Wirtschaft. Viele Menschen zogen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges an die Westküste, wo zu jener Zeit, unter anderem durch die aufblühende Rüstungs- und Flugzeugindustrie, mehr als 200.000 Arbeitsplätze geschaffen wurden. An einem frühen Teilstück der Route 66 eröffnete 1905 die erste Tankstelle, doch wurde Benzin bis in die 1920er-Jahre noch überwiegend in Grocery Stores verkauft. Im Jahr 1921 entstand das erste Drive-in-Restaurant, im Februar 1934 wurde in Normal (Illinois) mit dem ersten Steak’n Shake-Schnellrestaurant mit standardisierten Menüs und knappen Portionierungen der Vorläufer des Fastfood-Konzeptes eröffnet. Nachdem das erste Motel am 12. Dezember 1925 im kalifornischen San Luis Obispo unter dem Namen Motel Inn entstand, verbreitete sich diese vereinfachte Übernachtungsform für Autofahrer schnell an der Route 66. Sie war Namensgeber der Benzinmarke Philips 66, die 1927 entstand. Das erste McDonald’s-Restaurant öffnete am 15. Mai 1940 in San Bernardino (Kalifornien) an der Route 66.»

Die Blütezeit des weniger als 5’000 Einwohner zählenden Städtchens Holbrook lag zur Zeit der Route 66, welche mitten durch die Stadt führte. Heute wird Holbrook vom Interstate 40 umfahren. Die Stadt wurde nach dem ersten Ingenieur der Atlantic und Pacific Railroad benannt und im Jahr 1895 zur Bezirkshauptstadt des Navajo Countries ernannt.

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Von Holbrook via Petriefied Forest National Park nach Gallup in New Mexico

Unser nächstes Ziel war der Petrified Forest National Park, welcher rund eine halbe Stunde ausserhalb von Holbrook liegt. Wir erreichten den Parkeingang über den Highway 180 in Richtung Süd-Ost.

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Willkommen im Petrified Forest National Park

Der Petrified Forest National Park ist Teil des südlich gelegenen Colorado Plateaus und der Painted Desert, einer Wüste, welche auf rund 1’800 Meter über Meer liegt. Der Park beherbergt eine Vielzahl geologisch bemerkenswertem Sedimentgestein und eine Vielzahl an Fossilien. Im Gebiet des Nationalparks liegen grosse Fundstätten von verkieseltem Holz. Wir starteten unsere Tour im Visitor Center, welches wie immer einen hervorragenden Einblick in die Gestehungsgeschichte gibt. Unmittelbar beim Visitor Center ist ein hübscher und asphaltierter Rundweg angelegt. So haben Besucher mit weniger Zeit, eine gute Gelegenheit, die versteinerten Bäume, welche teilweise noch ganz erhalten sind, zu besichtigen. Da wir uns den ganzen Tag für die Besichtigung des Parks reserviert hatten, stand genügend Zeit zur Verfügung. Wir starteten beim Long Logs Trail. Das Fahrzeug kann man auf dem Parkplatz des Visitor Centers stehen lassen. Wie der Name des Trails schon sagt, sind entlang des Weges grosse versteinerte Baumstämme anzutreffen. Der hübsche, etwa zwei Kilometer lange Rundweg, ist in die grandiose Landschaft eingebettet, und die Besucher tauchen ein in die Farbenpracht dieser kargen Landschaft.

Photo Galerie «Long Log Trail»

Es war wie immer in diesen Tagen ganz schön heiss mit Temperaturen um die 40 Grad Celsius. Die nächsten Halte entlang der Parkstrasse ermöglichen tolle Weitblicke, wie hier zum Beispiel der Jasper Forest Viewpoint:

Jasper-Forest
Jasper Forest

Der Jasper Forest gilt weltweit als grösste Ansammlung von versteinertem Holz. Es war der erste Teil des heutigen Nationalparks, welcher um 1900 den Eisenbahnreisenden zugänglich war.

Das nachfolgende Bild zeigt einen ganz erhaltenen, versteinerten Baumstamm, welcher quer über einer kleinen Schlucht liegt. Ein Betreten ist selbstverständlich verboten. Zudem wurde der Baumstamm in den 1920er Jahren mit einem Betonfundament abgestützt.

Agate Bridge
Agate Bride

Bei der Blue Mesa verweilten wir etwas länger, was sich auch auszahlte. Die Strasse zum Aussichtspunkt und vor allem der kleine und 1.6 Kilometer lange Rundweg sind schlichtweg einmalig. Die hier sichtbaren Tonschichten von weisser bis blaugrauer Farbe gaben diesem Abschnitt auch seinen Namen. Aber Fotos sagen mehr als viele Worte:

Photo Slider Galerie «Blue Mesa»

Unglaubliche Farben, oder ? Wir hatten aber auch Glück mit der Sonneneinstrahlung und der Bewölkung, welche den Bildern einen dramatischen Moment verleiht.

Weiter in Richtung Norden hielten wir noch beim Newspaper Rock. Dabei handelt es sich um einen riesigen Gesteinsbrocken, auf welchem frühindianische Petroghlypen zu besichtigen sind. Allerdings sieht man diesen nur aus der Ferne und trotz Teleobjektiv waren die Zeichnungen nicht festzuhalten. Leistungsstarke Ferngläser sind beim Aussichtspunkt fest installiert und sogar kostenlos. Einen Blick hindurch lässt die Petroglyphen näher erscheinen.

Danach überquert die Parkstrasse die Schienen der Burlington Northern Santa Fé Railway sowie den Puerco River, bevor die Überreste der Historic Route 66 zu erkennen sind. Die Stelle wird durch einen rostigen Oldtimer markiert. Die Strasse ist jedoch nicht mehr zu erkennen. Zumindest haben wir sie nicht sehen können.

Nun gelangt man in das Gebiet der Painted Desert, deren Ausläufer sich im nördlichen Parkabschnitt befinden. Zahlreiche Aussichtspunkte bieten tolle Ein- und Weitblicke in die bunte Märchenlandschaft, deren Basis von Eisenoxid rötlich gefärbtem Gestein besteht. Die weisse Schicht darüber besteht aus Sandstein. Das dünklere Rot ist mit Eisen durchsetztes Sedimentgestein. Die Kuppe schliesslich besteht aus rotem Ton, der seine Farbe durch Beimengung von organischen Kohlenstoff erhielt. Leider hatten wir keine Zeit und Energie für eine Wanderung hinunter und hinein in die farbenprächtige Landschaft. Aber auch der Blick von oben kann überzeugen.

Photo Slider Galerie «Painted Desert»

Den letzten Halt legten wir Painted Desert Inn ein. Das hübsche im Pueblo Stil erbaute Haus war früher öffentlich. Der Tresen, die Küche und alle Einrichtungsgegenstände zeugen von dieser Zeit. Heute dient das unter Denkmalschutz stehende Haus als Museum. Erbaut wurde es vom Civilian Conservation Corps in den 1930er Jahren. Das Programm diente der Arbeitsbeschaffung als Kampf gegen die enorm hohe Arbeitslosigkeit.

Painted-Desert-Inn
Painted Desert Inn ein National Historic Landmark
Painted-Desert-Inn-Innen
Zu Tisch bitte !

Es war nun später Nachmittag, und wir stellten fest, dass wir uns wohl etwas die Köpfe verbrannt hatten ! Der kleine Sonnenbrand hat sich auf jeden Fall gelohnt. Müde erreichten wir das Hampton Inn in Gallup, New Mexico. Unser Nachtessen bestand aus einer Handvoll Hampton Inn Welcome Chocolate Cookies. Wir waren zu müde, um das Zimmer zu verlassen.

 

 

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