Tour de Suisse – 3. Tag – Raron

Am heutigen Tag verliessen wir das schöne Tessin in Richtung Bergkanton Wallis. Der Weg führte uns über Italien über den immer noch tief verschneiten Simplonpass. Dieser kennt im Gegensatz zu den anderen Alpenpässen keine Wintersperre und war somit die einzige geöffnete, alpine Strassenverbindung zwischen Italien und der Schweiz. Bei bewölktem Himmel machten wir uns am Vormittag auf den Weg entlang des Lago Maggiore. Das Strässchen war zeitweise ganz schön eng. Es ging aber alles gut, erforderte bei Fahrerin und Beifahrer jedoch volle Konzentration.

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Wir wollten noch kurz in Cannobio halten und vielleicht den bekannten lokalen Markt besuchen. Da hatten aber zahlreiche andere Besucher dieselbe Idee. Alle Parkplätze waren waren besetzt, und wir entschieden uns, weiterzufahren und im nächsten grösseren Ort einen Kaffeehalt einzulegen. Das war in Verbania der Fall.

Einen freien Parkplatz fanden wir ohne grosses Suchen direkt bei der Hafenpromenade bei einem echt Italienischen Kaffeehäuschen. Aussteigen, bestellen und den feinen Kaffee geniessen ! Nach der Stärkung schlenderten wir gemütlich durch die Altstadt. Zahlreiche hübsche Läden und Boutiqen prägen das Bild.

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Die Stadt Verbania liegt auf einer Höhe von 197 m über dem Meeresspiegel am westlichen Ufer des Lago Maggiore und befindet ca. 15 Kilometer südlich der Grenze zur Schweiz. Sie erstreckt sich über eine Fläche von 37 km². Die nächstgelegene Großstadt ist das ca. 70 Kilometer südöstlich gelegene Mailand. Die Stadt Verbania entstand 1939 durch die Vereinigung der Städte Intra und Pallanza.

Wir fuhren nun weiter nach Domodossola, von wo aus wir die Steigung zum hinauf zum tief verschneiten Simplon Pass in Angriff nahmen. Die Autobahn oder Schnellstrasse war auf der Italienischen Seite in einem derart schlechten Zustand, dass wir zahlreichen Schlaglöchern ausweichen mussten.

Wir überquerten die nicht bewachte Grenze und befanden uns wieder in der Schweiz im Kanton Wallis. Wir fuhren weiter zum kleinen Ort Simplon Dorf. Dort kauften wir in der lokalen Bäckerei zwei Stück feine Wähen und einen Zopf. Das Dorf wirkte wie verlassen, und wir fragten uns, wovon die Leute hier leben.

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Die Pfarrei ist 1267 erstmals urkundlich bezeugt und trägt das Patrozinium des heiligen Gotthard. Die heutige Pfarrkirche wurde 1725 erbaut und 1736 feierlich geweiht. Der Ortskern von Simplon Dorf ist in das Inventar für schützenswerte Ortsobjekte der Schweiz als Ortsbild von nationaler Bedeutung aufgenommen worden.

Schnee
Unglaublich viel Schnee. Das Haltestellen-Schild ist nicht zu erkennen !

Entlang der Strasse türmten sich die Schneemassen hoch und eindrücklich. Wir konnten uns nur schwer vorstellen, wieviel Schnee hier im tiefen Winter wohl lag. Die Strasse war absolut schneefrei, und wir sind problemlos auf der Passhöhe angekommen. Dort legten wir eine kurze Pause ein und tranken im Restaurant einen Kaffee. Danach machten wir uns auf den Weg hinunter ins Tal, dem schönen Kanton Wallis !

Nachfolgend noch einige schneereiche Impressionen von der Simplon Passhöhe und auf dem Weg dorthin.

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Der Simplon verbindet in 2006 m ü. M. das Rhonetal im Schweizer Kanton Wallis mit dem Val d’Ossola in der italienischen Provinz Verbano-Cusio-Ossola und dem Lago Maggiore. Die Passstrasse beginnt auf der Nordseite in Brig und führt auf den Simplonpass mit dem Hospiz. Auf der Südseite des Passes folgt das bereits südländisch wirkende Dorf Simplon und die Grenzgemeinde Gondo. In Italien folgen die Ortschaften Iselle, Varzo und Domodossola. Auf der Südseite überragt das vergletscherte Fletschhorn die Passstrasse.

Die geographische Passhöhe befindet sich etwa 400 Meter westlich der Strassenpasshöhe auf 1996 Meter über Meer und somit knapp 10 Meter unterhalb des Strassenpasses. Auf dem Pass gibt es zwei natürliche Seen, den Rotelsee hinter dem Hospiz sowie den Hopschelsee, der auf der anderen Talseite liegt. In den letzten Jahren sind noch zwei weitere Seen künstlich angelegt worden.

Um die Mitte des 17. Jahrhunderts wurde der Saumpfad über den Pass vom Inhaber des Salzmonopols Kaspar Stockalper ausgebaut, heute Via Stockalper. Auf der Passhöhe errichtete er den Spittel und in Gondo ein Lagerhaus, den sogenannten Stockalperturm. Die Ware wurde in dieser Zeit mit Maultieren über den Pass geführt (das sogenannte „Säumen“). Diese traditionelle Methode des Warentransportes war im Wallis bis ins 20. Jahrhundert gebräuchlich.

Der Pass bekam seine überregionale Bedeutung erst, nachdem Napoleon I. 1801–1805 eine befestigte Passstrasse hatte bauen lassen, um den Pass für seine Artillerie befahrbar zu machen. Seit dieser Zeit war der Simplon mit Postkutschen befahrbar. 1801 wurde auf Napoleons Befehl mit dem Bau des Simplon-Hospizes begonnen, das 1831 durch die Augustiner-Chorherren des Hospizes auf dem Grossen St. Bernhard vollendet wurde.

Grosse Bedeutung hatte der Pass während des Zweiten Weltkrieges. Seine Südflanke wurde von der Grenze zu Italien bis auf die Passhöhe militärisch stark ausgebaut. Geschichtlicher Zeuge ist unter anderem das Fort Gondo. Aus dieser Zeit stammt auch das Wahrzeichen des Simplonpasses, der Steinadler (Quelle: Wikipedia).

In Raron machten wir uns auf die Suche nach einem Campingplatz. Beim zweiten Anlauf hatten wir den idealen Platz gefunden, Camping Santa-Monica in Raron. Wir wurden freundlich und mit einem schönen Walliser Dialekt empfangen und konnten uns den Stellplatz selbst aussuchen. Es gibt Einkaufs- und Verpflegungsmöglichkeiten sowie einen hübsch angelegten Kinder-Spielplatz. Die sanitären Anlagen waren zweckmässig und sauber. Wir richteten uns ein und haben den Tag gemütlich ausklingen lassen.

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